Grüner Weg 1, 27793 Wildeshausen

„Am Ende fragt niemand, wie viele Interviews du gegeben hast“

Doch, ein kleiner Showman sei er schon, sagt Finn Sonnekalb, als er am Freitagnachmittag im Rahmen der Team D Einkleidung in der MTC World of Fashion in München gefragt wird, wie das denn so sei mit der vielen Aufmerksamkeit, die ihm gerade zuteilwird. Den Zusatz „klein“ kann man allein deshalb schon streichen, weil Deutschlands neue Eisschnelllauf-Hoffnung mit 1,93 Metern Körperlänge nicht nur optisch fast alle überragt. Wer ihn beobachtet, wie er wippenden Schritts und in Adiletten in Begleitung mehrerer Teamkollegen seinen Einkaufswagen über die Eventfläche schiebt, an jedem Stand aufs Neue selig wie ein Kind am Heiligen Abend die nächsten Kleidungsstücke anprobiert und dabei alle, die um ihn herumstehen, in Gespräche verwickelt, kann erahnen, wieviel Showtalent in diesem 18-Jährigen steckt, der im Februar in Mailand seine Premiere bei Olympischen Winterspielen erleben wird.

Patrick Beckert dagegen absolviert seine Einkleidung zwar ebenfalls seinem Charakter entsprechend, aber im größtmöglichen Kontrast. Nur in Begleitung seiner Ehefrau Lara Eileen, die er im vergangenen Sommer in London ebenso still geheiratet hat, packt der 35-Jährige die gut 60 Teile umfassende Kollektion in die zwei dafür bereitgestellten Taschen. Die Routine eines Athleten, der zum fünften Mal am größten sportlichen Wettkampf teilnehmen wird, ist ihm aus fast jeder Bewegung, jeder Geste abzulesen. Und trotzdem spürt man, was es ihm bedeutet, ein weiteres Mal - und, da ist er entschieden, das letzte Mal - Teil von Team Deutschland zu sein.

Patrick Beckert gab mit 19 sein Olympiadebüt

Finn Sonnekalb, der auf sehr sympathische Art die Unbekümmertheit eines 18-Jährigen in all seine Aussagen einfließen lässt, zum Schweigen zu bringen, scheint ungefähr so erfolgversprechend, wie Donald Trump die Egozentrik auszutreiben. Aber im Gespräch, zu dem die Team D Medienabteilung ihn und Patrick Beckert gebeten hat, gibt es dann doch einige Momente, in denen der Shootingstar der Eisschnelllaufszene fast andächtig lauscht. 2010, als er in Vancouver sein Debüt unter den fünf Ringen gab, war Patrick 19 Jahre alt und ein ebenso idealistischer Youngster wie Finn. Auf die Frage, was er aus seiner Erfahrung von damals dem nur halb so alten Teamkollegen rate, sagt er: „Ich würde empfehlen, dass er es einfach genießt, denn man weiß nie, ob es noch ein nächstes Mal gibt. Er soll die beste Leistung abrufen, die in ihm steckt, aber sich nicht von den Erwartungen von außen ablenken lassen.“

Das allerdings ist möglicherweise leichter gesagt als getan. Die Bronzemedaille, die Jens Boden 2002 in Salt Lake City gewann, ist das bislang letzte olympische Edelmetall, das ein deutscher Eisschnellläufer holte. Die Sehnsucht nach einem Nachfolger ist riesig, entsprechend groß ist die Hoffnung, seit Finn Sonnekalb beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City (USA) Mitte November über die 1.500 Meter als Dritter nicht nur den ersten deutschen Podiumsplatz auf dieser Strecke seit 24 Jahren sicherte, sondern mit seinen 1:41,33 Minuten auch den bisherigen deutschen Rekord von Hendrik Dombek (1:43,73) pulverisierte und einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellte. Auch über die 1.000 Meter schaffte er in 1:06,48 Minuten einen neuen deutschen Rekord und damit die doppelte Olympianorm.

DOSB veröffentlicht ersten Sustainability-Report

Mit der Veröffentlichung seines ersten Nachhaltigkeitsberichts setzt der DOSB ein deutliches Zeichen für verantwortungsvolles Handeln im organisierten Sport. Der 1. DOSB Sustainability Report 2024/2025 dokumentiert erstmals systematisch, wie Nachhaltigkeit in sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen im DOSB verankert ist. 

Der Bericht ist Teil der 2024 überarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie des DOSB und orientiert sich an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Ziel ist es, das eigene Handeln transparent darzustellen, Fortschritte sichtbar zu machen und den nachhaltigen Wandel im Sport aktiv zu gestalten.
 

Deutschland im Handballfieber mit Julian Köster

Nach dem historischen Erfolg der deutschen Frauen bei der Handball-Weltmeisterschaft, bei dem die Silbermedaille für enorme Aufmerksamkeit sorgte, richtet sich der Blick nun auf die Handball-Europameisterschaft der Männer, die am 15. Januar 2026 beginnt.

Julian Köster, Rückraumspieler beim VfL Gummersbach und wichtiger Akteur im deutschen Team, gibt im Gespräch spannende Einblicke in die Vorbereitung auf das Turnier und erklärt, warum Handball weit mehr ist als nur ein schneller Mannschaftssport. Wir sprechen über den aktuellen Hype der Sportart, seine persönlichen Anfänge und Rituale sowie darüber, warum es sich lohnt, Handball nicht nur zu verfolgen, sondern auch selbst im lokalen Sportverein aktiv zu werden. Zudem berichtet Köster von seinem Engagement bei Special Olympics Deutschland und seinem Wunsch, mehr Sichtbarkeit und (Sport-)angebote für Menschen mit Behinderungen zu schaffen.