Grüner Weg 1, 27793 Wildeshausen

Auftakt der Sportabzeichen-Tour 2026 am 12. Juni

Seit nunmehr 22 Jahren ist sie im Frühsommer immer wieder deutlich zu spüren: die Vorfreude auf die ganz besondere Atmosphäre während der Tourstopps der Sportabzeichen Tour des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Rund 1.200 Schüler*innen aus Hanau und Umgebung fiebern seit Wochen dem 12. Juni entgegen, wenn es um 8.30 Uhr auf der Sportanlage “An der Lindenau” endlich wieder losgeht.

Auch zwei großartige Sportler*innen zählen die Tage bis zum Tourstopp: Die Rekordmeisterin im Deutschen Kunstturnen, Elisabeth Seitz und der Rekordweltmeister im Bobsport, Francesco Friedrich kommen als Sportbotschafter*innen der Sparkassen Finanzgruppe ins Rhein-Main-Gebiet. Das Unternehmen ist Nationaler Förderer des Deutschen Sportabzeichens und macht Veranstaltungen wie die Sportabzeichen-Tour erst möglich.

Beide Sportler*innen freuen sich sehr auf die Mädchen und Jungen in Hanau. Auf dem Sportplatz geben sie wertvolle Tipps für die einzelnen Sportabzeichen-Disziplinen und motivieren die Schüler*innen tatkräftig bei ihren sportlichen Herausforderungen.

Tolle Gäste und ein abwechslungsreiches Programm

Andree Pfitzner, Rundfunkprofi und dem deutschen Sportabzeichen seit zwölf Jahren als DOSB-Moderator eng verbunden, führt auf unterhaltsame Art durch den Sporttag und sorgt dafür, dass alle den Überblick behalten. Unterstützt wird er von Dominik Kuhn, dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Hanau.

Als Ehrengäste haben unter anderen Claus Kaminsky, Oberbürgermeister von Hanau (ab 16.00 Uhr), Dr. Maximilian Bieri, Hanauer Bürgermeister sowie Michaela Röhrbein, DOSB Vorständin Sportentwicklung zugesagt – und natürlich Trimmy, das Maskottchen des DOSB.

Weitere sportliche Unterstützung gibt es ebenfalls: Auch Pia Wunderlich hat sich für den Sporttag angesagt. Pia Wunderlich ist erfolgreiche Ex-Fußball-Nationalspielerin und wurde 2003 mit der Frauen-Nationalmannschaft Weltmeisterin. Mit dem 1. FFC Frankfurt holte sie zwischen 1999 und 2008 insgesamt sechs Deutsche Meisterschaften, sieben DFB-Pokalsiege und gewann dreimal den UEFA-Cup.

Nach der Eröffnung des Sporttages und dem gemeinsamen Aufwärmen mit den Sportbotschafter*innen um 8.30 Uhr warten am Vormittag noch weitere besondere Aktivitäten: Um 9.00 Uhr gibt es für die anwesenden Sportler*innen und Ehrengäste einen Wettbewerb im Zielwurf mit “Knerrn” und “geele Riewe”. Gegen 11.30 Uhr findet eine Autogrammstunde mit den Sportler*innen statt.

Ab 12.30 Uhr haben dann alle Sportbegeisterten und die, die es noch werden möchten, die Chance, das Deutsche Sportabzeichen kostenfrei auszuprobieren oder direkt abzulegen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, das Anlegen eines eigenen Accounts auf www.sportabzeichen-digital.de aber von Vorteil. Wer den für das Deutsche Sportabzeichen notwendigen Nachweis der Schwimmfähigkeit erbringen möchte, kann das ebenfalls erledigen: im nahegelegenen Lindenau-Bad.

Von 14.00 bis 16.00 Uhr bekommen lokale und regionale Künstler*innen die Chance, sich auf einer „offenen Bühne“ zu präsentieren.

Um 16.00 Uhr steht noch ein besonderes Highlight auf dem Programm: das Fußballspiel „Hanau Allstars“ gegen eine inklusive Mannschaft des Behindertenwerks Main Kinzig – Anstoß durch den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Bewegung macht Spaß!

Selbstverständlich kommt bei der Sportabzeichen-Tour auch der Spaß nicht zu kurz: Den ganzen Tag über laden Mitmachangebote wie die Reaktions- und die Wurfwand der Sparkassen-Finanzgruppe zur sportlichen Bewegung ein. Weitere Mitmachangebote wie Fußballdart, eine Hüpfburg, das Spielmobil „Augustinchen“, das „Paule-Schnupper Abzeichen“ des DFB für fußballbegeisterte Mädchen und Jungen ab sechs Jahren und einiges andere mehr sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt – inklusionsfördernde Schwerpunkte eingeschlossen.

Und für alle, die dabei Durst bekommen, hält die Wasserbar der Sparkasse eine Erfrischung bereit.

Für die Sportabzeichen-Tour 2026 stehen nach dem Auftakt in Hanau noch vier weitere Tourstopps auf dem Programm: Bereits am 19. Juni ist sie in Hildesheim in Niedersachsen zu Gast. Weiter geht es über Brandenburg an der Havel (Brandenburg) und Freiburg (Baden Württemberg) ins bayerische Kemnath, wo sie am 17. Juli ihr Finale erlebt.

„Im Gesamtergebnis steht es 19:1 für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland“

Am Sonntagabend war klar, dass es in der Hansestadt nicht für ein Ja für Olympische und Paralympische Spiele reichen wird. Nach zuvor 19 gewonnenen Referenden ein Dämpfer für die deutsche Olympiabewerbung?

Thomas Weikert: Das sehe ich nicht so. Zum einen, weil die Menschen, so unser Eindruck nach ersten Analysen, in Hamburg vor allem gegen Spiele in Hamburg und nicht generell gegen Spiele in Deutschland gestimmt haben. Zum anderen gab es in 19 von 20 Referenden im Rahmen der Bewerbung ein Ja für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland. Wenn man jede abgegebene Stimme gleichberechtigt zählt und die unterschiedliche Wahlbeteiligung berücksichtigt, haben im Schnitt 60 Prozent der Menschen der Bewerbung zugestimmt. Gepaart mit bundesweiten Umfragewerten von 70 Prozent und starken politischen Beschlüssen in Berlin und Rostock-Warnemünde weiterhin ein klares Zeichen: Die Menschen in Deutschland wollen mehrheitlich die Spiele.

Der DOSB hat stets betont, aus den vergangenen Referenden gelernt zu haben. Das Referendum in Hamburg unterstreicht dies, oder?

Ja, denn es zeigt, dass es die richtige Entscheidung war, den Bewerbern erst die Möglichkeit zu geben, Referenden und andere Beteiligungsformate durchzuführen, bevor der deutsche Sport eine Entscheidung über den deutschen Bewerber, der international ins Rennen geht, trifft. Anders als 2015 steht Deutschland jetzt mit drei starken Bewerbern da. Wir können uns weiter Hoffnung auf die Spiele machen, und das ist es, was die Menschen in Deutschland mehrheitlich wollen.

„Der Stellenwert des Trainerberufs muss deutlich mehr respektiert werden“

DOSB: Lisa, du hast als Berufssoldatin einen sicheren und bestimmt auch aufregenden Beruf. Was hat dich dennoch dazu bewogen, deine Trainerlizenz zu machen?

Lisa Brennauer: Die Jobsicherheit, die mir die Bundeswehr gibt, hat dazu beigetragen, dass ich mich dafür entschieden habe. Mich hat am Leistungssport früher das Schnelllebige, Unplanbare gestört. Als aktive Sportlerin habe ich mir immer vorstellen können, meine Erfahrungen und mein Wissen als Trainerin weiterzugeben. Aber die Unsicherheiten, die damit verbunden sind, haben mich doch eher abgeschreckt. Zu wissen, dass mich die Bundeswehr in meinen Plänen unterstützt und mir eine Sicherheit bietet, sollte es im Trainerjob nicht funktionieren, hat mir den Weg eröffnet, die Zweifel waren weg. Wenn man wie ich mehr als sein halbes Leben im Leistungssport verbracht hat und komplett dafür brennt, dann ist es sehr schwierig, davon loszukommen. Der Sport hat mir so viel gegeben, nun sehe ich es als Teil meiner Rolle als Trainerin, davon etwas zurückzugeben. Das ist mein wichtigster Beweggrund.

Welche Lizenzen hast du wo erworben und wieviel Zeit hat das in Anspruch genommen?

Im Rahmen meiner Ausbildung bei der Bundeswehr konnte ich eine erste Lizenz erwerben, die den Status einer B-Lizenz hat. Meine A-Lizenz habe ich darauf aufbauend bei German Cycling gemacht, in einer Mischung aus Präsenz und digitalen Inhalten. Die A-Lizenz war für mich dann die Grundlage, um mein Studium an der Trainerakademie in Köln aufzunehmen, wo ich gerade im zweiten Jahr mittendrin bin. Das Studium findet in Modulen statt mit einer Präsenzpflicht von vier Tagen im Monat. Im zweiten Jahr kann ich mir die Inhalte noch etwas flexibler zusammenstellen, was als Mutter zweier kleiner Kinder sehr wichtig für mich ist.

Welche Inhalte der Ausbildung waren für dich neu, welche besonders überraschend?

Neu war für mich das Feld der Bewegungslehre, vieles davon kannte ich aus dem Radsport noch nicht, vor allem nicht in der Detailtiefe. Das hat mir an einigen Stellen die Augen geöffnet. Überraschend fand ich das Fach Trainerphilosophie, in dem erfahrene, erfolgreiche Trainer aus ihrer Praxis berichten. Das ist extrem interessant und sehr hilfreich für das Ausbilden einer eigenen Philosophie. Der größte Benefit neben der Wissensvermittlung ist aber der Austausch mit anderen Trainerinnen und Trainern, der die Ausbildung so besonders macht. Gemeinsam mit Menschen aus anderen Sportarten über den Tellerrand zu schauen, sich zu hinterfragen und andere Sichtweisen kennenzulernen, das ist etwas, wovon ich enorm profitiere.

Gab es Dinge, die du vermisst hast?

Es liegt noch so viel Ausbildung vor mir, dass ich das nicht abschließend beurteilen kann. Bislang fehlt mir allerdings nichts, das Studium ist sehr erfüllend.

Warum ist es aus deiner Sicht wichtig, dass sich ehemalige Leistungssportler*innen im Trainerberuf engagieren?

Weil wir mitten aus dem Sport kommen und so viele Erfahrungen gesammelt haben, die weitergegeben werden sollten. Wenn ich es auf den Radsport herunterbreche, dann kann ich sagen, dass man über Datenanalyse sehr viel erreichen und vorbereiten kann. Aber die Erfahrung, wie sich ein Straßenrennen wirklich anfühlt und in was für Rennsituationen man geraten kann, und das Verständnis für die Gedanken und Ängste, die Sportlerinnen und Sportler manchmal umtreiben, kann man nicht erlernen. Deshalb ist es aus meiner Sicht extrem wichtig, dass wir uns in diesem Bereich einbringen.

Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Eigenschaften, die eine gute Trainerin haben muss?

Am wichtigsten ist es, ein offenes Ohr für das gesamte Team und die Athletinnen und Athleten zu haben. Ihnen zuzuhören, ihre Ansichten einzubinden und gemeinsam zu Entscheidungen zu kommen, das ist für mich gute Führung. Überhaupt Entscheidungen zu treffen und dazu auch zu stehen, ist ebenfalls wichtig.

Welche dieser Eigenschaften bringt man wegen seines Talents schon mit, wie viele kann man sich antrainieren?

In vielen Bereichen kann man über Training und wissenschaftliche Begleitung sehr viel erreichen. Aber dennoch sind die eigenen Erfahrungen, die man in der aktiven Karriere gemacht hat, unerlässlich. Und natürlich gibt es auch gewisse Talente, die man angesichts seines Charakters für die Trainingsarbeit mitbringen kann. Das Allermeiste allerdings kann man sich antrainieren.