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Bob- und Schlittenverband schneidet in PotAS-Analyse am besten ab

Überraschungen blieben aus, als die zuständige Kommission am Donnerstag im Bundeskanzleramt in Berlin die Ergebnisse des Potenzialanalyse-Systems (PotAS) für den deutschen Wintersport auf dem Weg zu den Olympischen Winterspielen 2030 präsentierte. Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) schnitt erwartungsgemäß am besten ab und belegt mit sechs dem BSD zugehörigen Disziplingruppen die ersten sechs Plätze der Rangliste. Die Poleposition sicherte sich Bob Frauen, dahinter folgen Rennrodeln der Frauen und Männer, Bob Männer sowie Skeleton Frauen und Männer. Den letzten Rang der 38 Disziplingruppen belegt Shorttrack Frauen. Die gesamte Liste und der PotAS-Report sind auf der Homepage der Kommission hier zu finden.

„Die Ergebnisse sind wenig überraschend, sie bilden letztlich das Abschneiden unseres Team D bei den Winterspielen in Mailand Cortina ab“, sagt Olaf Tabor. Der Vorstand Leistungssport war am Donnerstag in Berlin als Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vor Ort und stand den rund zehn Medienvertreter*innen für Fragen zur Verfügung. „Wenn wir im Winter erfolgreich bleiben wollen, brauchen wir nicht nur die Leistungsfähigkeit im Eiskanal als wesentlichen Erfolgsfaktor, sondern wieder mehr als in Mailand Cortina auch die übrigen medaillenrelevanten Sportarten und Disziplinen. Dafür wird der Weg einer Fokussierung durch die potenzialorientierte Förderung weitergeführt.“ Auch Urs Granacher, der Vorsitzende der PotAS-Kommission, empfahl: „Wir sollten die Stärke des BSD absichern. Wir müssen aber auch schauen, die Disziplingruppen, die Potenziale haben, wieder an die Weltspitze heranzuführen.“

Die 2016 im Zuge der Leistungssportreform eingerichtete, unabhängige Potenzialanalyse-Kommission trägt zu einer objektiven und transparenten Grundlage für die Förderung des Spitzensports bei. In der nun vorliegenden fünften Analyse, der dritten für den Wintersport, wurde im förderrelevanten Bewertungsverfahren erstmals auf die Bewertung der Strukturattribute verzichtet. Stattdessen erfolgt die diesbezügliche Qualitätssicherung anhand der Strukturpläne und den Konzeptprüfungen in den Strukturgesprächen mit den Fachverbänden. Weitere grundlegende Veränderungen waren eine veränderte Methodik zur individuellen Potenzialbewertung sowie ein längerer Betrachtungszeitraum bei den zurückliegenden Erfolgen, die seit 2014 einbezogen wurden.

Ökologische Nachhaltigkeit im Sport: Neue Impulse durch Digitalisierung und KI

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und den rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) eröffnen sich auch für den Sport neue Möglichkeiten, ökologische Nachhaltigkeit wirksamer, datenbasierter und effizienter zu gestalten. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach dem verantwortungsvollen Einsatz dieser Technologien, ihrem Ressourcenverbrauch sowie den organisatorischen und ethischen Rahmenbedingungen ihrer Nutzung.

Diesen Chancen und Herausforderungen widmete sich das 30. Symposium zur nachhaltigen Entwicklung des Sports, das am 11. und 12. Dezember 2025 in Bodenheim am Rhein auf Einladung von DOSB und DFB stattfand. Die von Thomas Wilken (KONTOR 21) moderierte und mitkonzipierte Veranstaltung brachte 20 Expert*innen aus Sportorganisationen, Wissenschaft, Ministerien und Praxis zusammen, um über die Rolle von Digitalisierung und KI für eine nachhaltige Entwicklung des Sports zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die Themenfelder naturverträgliche Aktivitätenlenkung im Outdoorsport, digitales Sportstättenmanagement sowie KI-gestützte Klimabilanzierung. Die Ergebnisse und Fachbeiträge des Symposiums wurden nun in der Dokumentation als Band 41 der DOSB-Schriftenreihe „Sport und Umwelt“ veröffentlicht.

Die Publikation zeigt anhand konkreter Praxisbeispiele, wie digitale Anwendungen bereits heute dazu beitragen können, Energie- und Ressourcenverbräuche in Sportstätten zu reduzieren, naturverträgliche Sportaktivitäten besser zu steuern oder Klimabilanzen von Sportorganisationen effizienter zu erstellen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Digitalisierung und KI kein Selbstzweck sind. Ihr nachhaltiger Mehrwert hängt wesentlich von qualitativ hochwertigen Daten, geeigneten Standards, klaren Governance-Strukturen sowie einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Datenschutz ab.

DOSB und dsj begrüßen geplante Einführung der U10 Vorsorgeuntersuchung

Für Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren wird es künftig eine neue Vorsorgeuntersuchung geben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden und gleichzeitig die Inhalte der neuen U10 Vorsorgeuntersuchung festgelegt. Der Fokus liegt u.a. auf den Themen Übergewicht und körperliche Aktivität und damit auf Bereichen, die unmittelbar den Sport miteinschließen.

Der DOSB und die Deutsche Sportjugend (dsj) begrüßen die geplante Einführung der neuen, verpflichtenden U10 deshalb ausdrücklich. Mit der zusätzlichen Vorsorgeuntersuchung soll die große Lücke zwischen der U9 (um den 5. Geburtstag) und der Jugenduntersuchung J1 (zwischen 13-14 Jahren) geschlossen werden. Aus Sicht des organisierten Sports ist dies ein wichtiger Schritt, um die Gesundheitsförderung und Prävention im Kindesalter frühzeitig und ganzheitlich in den Blick zu nehmen.

Das Alter von 9 bis 10 Jahren bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Bewegung selbstverständlich in den Alltag zu integrieren und Kinder für regelmäßigen Sport im Verein zu begeistern. Entscheidend ist in diesem prägenden Alter vor allem, dass Kinder Freude an Bewegung entwickeln und unterschiedliche Möglichkeiten kennenlernen, aktiv zu sein – egal ob auf dem Schulweg, beim Spielen oder im Verein.