So fließt das Ergebnis aus KölnRheinRuhr in die Bewertung des DOSB ein
Worum geht es?
In 17 Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben über vier Millionen Wahlberechtigte noch bis zum 19. April die Möglichkeit, bei den laufenden Ratsbürgerentscheiden über die Bewerbung von KölnRheinRuhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 abzustimmen. Die beteiligten Kommunen sind Teil des Gesamtkonzepts KölnRheinRuhr und stimmen jeweils darüber ab, ob sie als möglicher Austragungsort zur Verfügung stehen.
Weltspitze im Rettungsschwimmen – nun greift Nina Holt auch im Becken richtig an
Menschen, die im Leistungssport nicht ganz so zu Hause sind, könnten denken, dass eine Sportlerin, die beim wichtigsten internationalen Großereignis ihres Sports bei fünf Starts fünfmal Gold gewonnen hat, Deutsche Meisterschaften nicht mehr allzu wichtig nimmt. Nina Holt schaut ein wenig irritiert, als sie diese Frage gestellt bekommt. „Ich liebe es, zu gewinnen, und wenn ich eine Chance dazu sehe, tue ich alles dafür, ganz egal, um was für ein Rennen es sich handelt“, sagt die 23-Jährige vor den nationalen Titelkämpfen im Schwimmen, die vom 23. bis 26. April im Berliner Europasportpark auf dem Programm stehen. Über 50, 100 und 200 Meter Freistil möchte sie als Zeitbeste der Meldelisten ihre Stellung als schnellste Schwimmerin des Landes zementieren. Vor allem aber markieren die Meisterschaften in der Hauptstadt für die Topathletin vom SC Magdeburg den Einstieg in eine Saison, in der sie möglicherweise erstmals in ihrer Leistungssportkarriere auf das verzichten wird, was sie bekannt gemacht hat.
Nina Holt, das darf man ohne Übertreibung sagen, ist im Rettungsschwimmen weltweit das Maß der Dinge. Bei den World Games, den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten, hatte sie im August vergangenen Jahres in Chengdu (China) die Konkurrenz bisweilen deklassiert und nach all ihren fünf Rennen ganz oben auf dem Podest gestanden, was zuvor noch nie einer World-Games-Athletin gelungen war. Parallel zu ihrem Engagement in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), wo sie für die Ortsgruppe Harsewinkel startet, hatte die in Erkelenz geborene Sportsoldatin aber auch ihre Karriere im Beckenschwimmen forciert. 2024 hatte sie in Paris erstmals an Olympischen Spielen teilgenommen. In der Woche vor den World Games war sie bei der WM in Singapur über 100 Meter Freistil und in vier Staffeln gestartet. Anfang Dezember konnte sie bei der Kurzbahn-EM in Lublin (Polen) dann auch nach zweimal Silber in der U-23-Wertung erstmals eine internationale Medaille im Beckenschwimmen in der offenen Klasse feiern, kurioserweise über die 100 Meter Rücken, die nicht zu ihren Paradestrecken zählen.
Fünfmal Gold in Chengdu hat ihren Hunger nach Erfolg angefacht
„2025 war wirklich ein sehr spannendes und lehrreiches Jahr für mich“, sagt Nina rückblickend. Die wichtigste Erkenntnis, die sie aus den sportlichen Höhenflügen gezogen hat, ist die, sich in diesem Jahr intensiv auf das Beckenschwimmen konzentrieren und dafür möglicherweise auch auf die WM im Rettungsschwimmen im Dezember in Südafrika verzichten zu wollen. „Ich glaube, dass ich darin noch deutlich mehr Potenzial zur Weiterentwicklung habe als im Lifesaving, deshalb möchte ich probieren, alles aus mir herauszuholen und zu schauen, wozu es reicht“, sagt sie. Die fünf Goldmedaillen aus Chengdu sehe sie auf diesem Weg als Ansporn. „Es ist auf keinen Fall so, dass mir im Rettungsschwimmen die Motivation fehlt. Im Gegenteil, die World Games haben meinen Hunger nach Erfolg noch mehr angefacht, und ich habe auch noch nicht die möglichen Zeiten ausgereizt, die in den verschiedenen Disziplinen denkbar wären. Aber ich glaube, dass es mir gut tun wird, neue Ziele zu haben“, sagt sie.
Eine nicht unerhebliche Rolle spielt in ihren Plänen der Fakt, als Aktive Olympische Spiele und World Games erlebt zu haben und Vergleiche ziehen zu können. 2022 hatte sie als 19-Jährige bei ihrer World-Games-Premiere in Birmingham (USA) schon viermal Gold und einmal Bronze gewonnen, was öffentlich jedoch kaum wahrgenommen wurde. „Als ich mit den fünf Goldmedaillen aus China zurückkam, hatte ich schon einige Anfragen, der größte Teil davon waren aber lokale Termine. Mit der Medienpräsenz bei Olympia war das überhaupt nicht vergleichbar, obwohl ich in Paris keine Medaille gewonnen habe. Paris hat die World Games schon ziemlich klein erscheinen lassen“, sagt sie. Selbstverständlich sei ihr bewusst, dass der Stellenwert, den sie sich im Rettungsschwimmen erarbeitet hat, auf olympischem Level schwieriger zu erreichen sein wird. „Aber ich habe mir zum Ziel gesetzt, auch bei Olympia Medaillen zu holen. Und ich glaube, dass mir meine Entwicklung im Rettungsschwimmen genug Selbstbewusstsein gegeben hat, um mir das auch zuzutrauen!“
Ehrenamt im deutschen Sport wird ausgezeichnet
Im Rahmen des Galaabends des VDS am 20. April in Berlin würdigt der VDS das Ehrenamt im deutschen Sport mit dem „Goldenen Band“. Das „Goldene Band“ ist die älteste Sportauszeichnung Deutschlands, sie wurde vor 100 Jahren in Berlin ins Leben gerufen, jahrzehntelang wurde es für herausragende sportliche Leistungen vergeben. Seit 2014 stellen die Sportjournalistinnen und Sportjournalisten mit dem „Goldenen Band“ das soziale Engagement im Sport in den Mittelpunkt.
Fußballweltmeister Philipp Lahm überreicht das „Goldene Band“ an Vertreter des Ehrenamts, angeführt von DOSB-Präsident Thomas Weikert. An diesem Abend nimmt Weikert die Auszeichnung im Namen der nahezu 8,8 Millionen ehrenamtlich tätigen Menschen im deutschen Vereinssport entgegen.

