Sportdeutschland trifft sich bei den Finals in Hannover
Für den DOSB bieten die Finals in Hannover eine besondere Plattform: Zum einen zeigt der DOSB großflächig die Kampagne zur Olympiabewerbung „Die Bewegung, die Deutschland jetzt braucht“. Sichtbar wird diese unter anderem beim Bogensport vor dem Rathaus, bei den Turn-Wettbewerben in der ZAG-Arena sowie beim Beachvolleyball auf dem Opernplatz. Zum anderen empfängt der DOSB die Medaillengewinner*innen der Olympischen Spiele von 1976 in Innsbruck (Winter) und Montreal (Sommer), die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Die Finals sind für den DOSB in diesem Sommer somit ein einmaliger Treffpunkt des deutschen Sports.
Trotz ihrer unterschiedlichen Dimensionen weisen die Finals und die Olympischen und Paralympischen Spiele einige Gemeinsamkeiten auf. Beide Formate verschaffen Sportarten und Athlet*innen eine Bühne, die sie im regulären Sportalltag oft nicht erhalten. Während Olympische und Paralympische Spiele alle vier Jahre weltweit für Aufmerksamkeit sorgen, schaffen die Finals auch dank der umfangreichen Live-Berichterstattung von ARD und ZDF eine vergleichbare Sichtbarkeit für zahlreiche Disziplinen in Deutschland.
Auch was die Ausrichtung der Spiele angeht, lässt sich ein Vergleich ziehen: Wie die Olympischen und Paralympischen Spiele passen sich auch die Finals den Gegebenheiten der Gastgeberstadt an. Bestehende Sportstätten werden genutzt, kurze Wege geschaffen und der Sport bewusst in den urbanen Raum geholt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. 2026 in Hannover liegt der Fokus auf den Wassersportarten, die durch die Austragung am Maschsee eine zentrale Rolle einnehmen. Und nicht nur der Spitzensport soll von den Finals profitieren: In diesem Jahr wurden erstmals „Schul-Finals“ ausgetragen, die der DOSB im Rahmen der Partnerschaft ebenfalls unterstützt. Knapp 15.000 Kinder und Jugendliche aus 88 Schulen wurden dabei aktiv in das Veranstaltungsgeschehen eingebunden.
Die Partnerschaft des DOSB mit den Finals steht noch am Anfang, dennoch ist die Perspektive klar: Der DOSB möchte sich auch in Zukunft einbringen und einen Teil dazu beitragen, die Finals weiterzuentwickeln. Diese bilden mit Blick auf das gemeinsame sportpolitische Ziel, Olympische und Paralympische Spiele wieder nach Deutschland zu holen, einen wichtigen Baustein.
Mehr Infos zur Olympiabewerbung gibt es hier: https://dafuer-sein-ist-alles.de/.
Minijobs im Sport erhalten und Ehrenamt wertschätzen
Die Reform des Alterssicherungssystems gehört zu den wichtigsten politischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Angesichts des demografischen Wandels begrüßt der DOSB, dass die Bundesregierung die notwendigen Reformschritte angeht.
Mit Sorge blickt der DOSB jedoch auf die Empfehlung, Minijobs abzuschaffen. Im Sport sind derzeit rund 143.000 Menschen auf Minijob-Basis beschäftigt. Viele von ihnen engagieren sich als Trainer*innen oder Übungsleiter*innen neben einer bereits bestehenden Vollzeit- oder vollzeitnahen Beschäftigung. Hinzu kommen Studierende und Rentner*innen, die sich in Sportvereinen einbringen.
„Man will einfach dabei sein bei den Finals“
Auf was sie sich freuen können in der Landeshauptstadt Niedersachsens, das war am Mittwochmittag bereits zu erahnen. Das Organisationsteam der „Finals 2026“ hatte zur Vorstellung des Programms für das Multisportevent, das vom 23. bis 26. Juli Deutsche Meisterschaften in 24 Sportarten in der Metropolregion Hannover zusammenbringt, auf die Dachterrasse der Staatsoper geladen. Auf dem Platz vor dem in den Jahren 1845 bis 1852 im spätklassizistischen Stil errichteten Blickfang sollen die Wettkämpfe im Beachvolleyball, Sportklettern und Stabhochsprung ausgetragen werden, die ersten Aufbauarbeiten waren bereits im Gange. „Ich kann mir jetzt schon vorstellen, was für eine tolle Kulisse wir hier haben werden. Ich hoffe, dass sehr viele Menschen zum Zuschauen kommen werden. Die Vorfreude ist riesig“, sagte Louisa Lippmann, nachdem sie den Blick über den Opernplatz hatte schweifen lassen.
Die 31-Jährige zählt zur Gruppe der Athlet*innen, die den Finals den besonderen Kick verleihen. „Es ist eine Zugangsvoraussetzung für die Fachverbände, dass die Besten ihres Sports an den Start gehen. Hochwertiger Leistungssport ist der Kern unseres Produkts“, betonte Hagen Boßdorf, Gründer und Geschäftsführer der „Finals“, im Gespräch mit dem DOSB. Olympionik*innen sind, auch um die Massen an die Sportstätten oder vor die mobilen Endgeräte zu locken, unter den rund 4.000 angekündigten Aktiven die wichtigste Zutat für den Sommer-Leckerbissen des deutschen Sports. Dass Beachvolleyball mit Assen wie Louisa Lippmann bei der sechsten „Finals“-Ausgabe erstmals zum Programm zählt, freut Boßdorf besonders. Und die in Hamburg lebende und trainierende Herforderin, die 2024 in Paris an der Seite der mittlerweile zurückgetretenen Rio-Olympiasiegerin Laura Ludwig ihre ersten Olympischen Spiele erlebt hatte, teilt diese Freude. „Auch für uns ist es etwas Besonderes, an dieser Aufmerksamkeit, die das Format bekommt, teilhaben zu können“, sagte sie.

