Philipp Buhl und der Segler-Verband segeln wieder auf der gleichen Welle
Das Gespräch ist fast beendet, da bittet Philipp Buhl darum, noch einen wichtigen Gedanken äußern zu dürfen. „Niemand hat Lust auf Streit. Alle Parteien, die involviert sind, haben das gleiche Ziel: sportlichen Erfolg! Wenn alle an einem Strang ziehen, dann werden wir dieses Ziel auch erreichen“, sagt der 36-Jährige. Es klingt wie ein verbaler Schlussstrich unter eine Phase seiner Karriere, die den Segel-Weltmeister von 2020 abseits seines Sports extrem viel Energie gekostet hat. Eine Phase, in der er kurz davor war, seine Karriere zu beenden und den Traum von einer olympischen Medaille endgültig aufzugeben. Doch diese Phase, die er als „die wahrscheinlich schwierigste meiner Karriere“ einordnet, ist überwunden, Philipp Buhl will nach vorn schauen und seine gesamte Kraft wieder dem widmen, was er so sehr liebt: seinem Sport.
Ganz ohne Rückschau allerdings ist der Vorausblick nicht zu bewältigen. Was also war passiert? Philipp Buhl, geboren in Immenstadt im Allgäu, wohnhaft in Sonthofen und mit Zweitwohnsitz an seinem Trainingsort Kiel ausgestattet, ist unbestritten Deutschlands bester Segler in der Klasse ILCA 7, die bis 2020 als Laser Standard firmierte. Sein in Melbourne (Australien) gewonnener WM-Titel verewigte ihn in den Geschichtsbüchern des Segelsports, und auch wenn ihm der ganz große Törn bei den Olympischen Spielen bislang nicht gelang – Rang fünf in Tokio 2021 ist bei drei Teilnahmen sein bestes Resultat –, hat sich der Europameister von 2012 national wie international einen Status erarbeitet, der außer Frage steht. Die WM als Saisonhöhepunkt gilt alljährlich als beste Möglichkeit, um die Zugehörigkeit zum Nationalkader zu untermauern. Da Philipp diese Chance freiwillig ausließ und dann bei der Europameisterschaft mit Platz 14 den geforderten Leistungsnachweis (Top acht) und weitere individuell vereinbarte sportfachliche Kriterien nicht erbrachte, entschied der Deutsche Segler-Verband (DSV), den Routinier für die Saison 2026 nicht in den Förderkader aufzunehmen, was den Athleten letztlich dazu veranlasste, seine Kampagne fortan in Eigenregie fortzusetzen.
Tiefpunkt im Januar, Hilfe vom bayerischen Verband
Was das bedeutet, versucht er möglichst plakativ zu beschreiben. „Der Tiefpunkt war im Januar, als mir klar war, dass ich auf mich allein gestellt war. Ich musste schauen, wie ich mir die notwendige Logistik organisieren und die Kosten dafür aufbringen konnte“, erinnert er sich. Eine rettende Hand reichte ihm Bastian Henning, Landestrainer im Bayerischen Segel-Verband, der den für den Norddeutschen Regatta Verein (NRV) Hamburg startenden Philipp angesichts von dessen weiterhin bestehender Mitgliedschaft im Segelclub Alpsee-Immenstadt in die Förderung aufnahm und ihm dadurch Zeit verschaffte, einen Grundplan für das erste Halbjahr 2026 zu entwickeln. „Dafür bin ich extrem dankbar. Dennoch blieb ziemlich viel Training auf der Strecke, weil ich mich um logistische Dinge und Sponsorenakquise kümmern musste“, sagt Philipp, der für eine Olympiakampagne zusätzlich zur Verbandsförderung eine deutlich sechsstellige Summe für Material, Expertencoaches und Logistik aufbringen muss.
Was ihm ebenfalls half, war der Fakt, dass die Bundeswehr seine Sportförderstelle auf DSV-Initiative trotz fehlendem Kaderstatus für sechs Monate verlängerte. „So konnte ich mir einen Zeithorizont bis zum August stecken, um bei der EM und bei der WM einen Leistungsnachweis zu erbringen und damit in den Förderkader des DSV zurückzukehren“, sagt er. Dass ihm dies schon bei den kontinentalen Titelkämpfen in Split (Kroatien) im vergangenen Monat gelingen würde, damit hätte er nicht gerechnet. „Die Zielvorgabe, es in einem topbesetzten Feld unter die besten drei zu schaffen, war schon ziemlich spicy“, sagt er. Andererseits habe er über die vergangenen Jahre gelernt, dass er unter Druck oft besser performe. „Im Training und bei unbedeutenderen Regatten setze ich deshalb den Druck künstlich hoch, um genau das zu üben.“ Offensichtlich mit Erfolg: Vor Kroatiens Küste gewann er in einem als kompliziert bekannten Revier die Silbermedaille.
Die Bedeutung dieses Erfolgs kann Dom Tidey am besten einordnen. Der 50-Jährige ist seit November 2024 Chefbundestrainer im DSV, nachdem er zuvor viele Jahre in seiner Heimat Großbritannien als Athlet und Coach aktiv war und seit 2021 erfolgreich das deutsche iQFOiL-Team betreut hatte. Seine Hauptaufgabe ist es, die Leistungsfähigkeit aller Athlet*innen und des Trainerteams für die olympischen Bootsklassen – zehn sind es aktuell, ob der DSV in allen starten wird, ist noch unklar – sicherzustellen. Aktuell zählen acht Athlet*innen zum Olympiakader (OK), 28 zum Perspektivkader (PK), zehn zum Nachwuchskader 1 und weitere 26 zum Nachwuchskader 2. „Als EM-Zweiter kehrt Philipp direkt in den Perspektivkader zurück“, sagt Tidey, der den Konflikt der vergangenen Monate sehr besonnen und nüchtern betrachtet.
Fünf Tipps für Deinen Einstieg ins Tennis
Tennis begeistert Millionen Menschen weltweit, sei es auf den großen Bühnen der Grand-Slam-Turniere und Olympischen Spiele oder auf den Plätzen des örtlichen Sportvereins. Wenn Du selbst aktiv werden möchtest, findest Du mit diesen fünf Tipps den passenden Einstieg.
Ausprobieren statt lange Überlegen
Wenn Du mit Tennis anfangen möchtest, musst Du nicht sofort Mitglied werden oder in eine komplette Ausrüstung investieren. Viele Sportvereine bieten Schnuppertrainings, Aktionstage oder Einsteigerkurse an. Schläger und Bälle können dort häufig ausgeliehen werden. So findest Du unkompliziert heraus, ob Dir Tennis Spaß macht und zu Dir passt.
Unser Tipp: Nutze ein Schnuppertraining und probiere Tennis einfach aus!
Vereine erleichtern den Einstieg
Der einfachste Weg zum Tennis führt meist über einen Sportverein. Dort findest Du nicht nur Tennisplätze und Trainingsmöglichkeiten, sondern auch erfahrene Trainer*innen, die Dich bei den ersten Schritten begleiten. In Einsteigerkursen und Trainingsgruppen lernst Du die Grundlagen des Sports und triffst auf Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen. So kannst Du erste Erfolgserlebnisse sammeln und dabei Teil einer sportlichen Gemeinschaft werden.
Unser Tipp: Frage bei einem Tennisverein in Deiner Nähe nach Einstiegsangeboten!
Sportabzeichen in Sachsen: Deutliches Plus im Jahr 2025
DOSB: Wie bewertet ihr die Zahlen aus der Statistik 2025?
Johanna Moritz: Das Sportabzeichenjahr 2025 war in Sachsen zweifelsohne ein voller Erfolg. Wir sind stolz auf einen Zuwachs von rund 10,5 Prozent und damit knapp 2.000 zusätzliche abgelegte Sportabzeichen. Das ist eine bundesweit herausragende Entwicklung. Dieses Ergebnis zeigt das große Engagement aller Beteiligten in den Vereinen, Schulen sowie Kreis- und Stadtsportbünden und unterstreicht die hohe Bedeutung des Deutschen Sportabzeichens in Sachsen.
Worauf führt ihr die Steigerung der Zahlen zurück?
Die steigenden Teilnahmezahlen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gemeinsamen Kraftanstrengung vieler engagierter Menschen. Ein besonderer Dank gilt den engagierten Ehrenamtlichen sowie den hauptamtlichen Mitarbeitenden in den Kreis- und Stadtsportbünden. Sie sorgen mit ihrem Einsatz dafür, dass das Deutsche Sportabzeichen vor Ort sichtbar bleibt und Menschen zum Mitmachen motiviert werden.
Die Beteiligung der Schulen hat deutlich zugenommen. Dies zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen dem organisierten Sport und den Bildungseinrichtungen ist. Die gewachsenen Teilnahmezahlen belegen, dass diese Vernetzung bei uns in Sachsen sehr gut funktioniert.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der sachsenweite Sparkassen-Sportabzeichenwettbewerb, der viele Schulen, Vereine sowie Kreis- und Stadtsportbünde zu besonderen Leistungen anspornt. Wer sich das ganze Jahr mit großem Engagement für das Deutsche Sportabzeichen einsetzt, erhält dadurch öffentliche Wertschätzung. Diese Anerkennung wirkt motivierend und setzt vielerorts zusätzliche Kräfte frei.
Die Sportabzeichen-Zahlen in Sachsen zeigen: Wenn engagierte Menschen, Schulen und der organisierte Sport an einem Strang ziehen, kann viel bewegt werden.

