Historischer Moment in Dakar: Youth Olympic Games 2026 eröffnet
Unter dem Motto „Africa welcomes, Dakar celebrates“ feierte der Gastgeber Senegal gemeinsam mit jungen Athlet*innen aus aller Welt den Beginn der Olympischen Jugendspiele. Schauplatz der rund 90-minütigen Zeremonie war das Stade Abdoulaye Wade in Diamniadio, rund 30 Kilometer von Dakar entfernt. Nach Angaben der Organisatoren waren rund 1.100 Mitwirkende, darunter 700 Tänzerinnen, an der aufwendigen Inszenierung beteiligt.
DOSB-Präsident Thomas Weikert erlebte die Eröffnungsfeier im Stade Abdoulaye Wade in Diamniadio vor Ort: „Diese Eröffnungsfeier war ein besonderer und historischer Moment. Dass erstmals ein olympisches Event auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet, ist weit über den Sport hinaus von Bedeutung. Unsere Team D Athlet*innen dürfen hier nicht nur ihre persönlichen sportlichen Ziele verfolgen, sondern auch erleben, wofür die olympische Idee steht. Fair Play, Respekt und Gemeinschaft sind Werte, die sie hier in Dakar durch die Offenheit und Gastfreundschaft des senegalesischen Volkes jeden Tag erleben. Ich wünsche dem gesamten Team D viel Erfolg, tolle Wettkämpfe und vor allem viele besondere Momente, die lange in Erinnerung bleiben werden.“
Jolina Reinhold und Filo Wüst tragen die deutsche Fahne
Am Samstag, 31. Oktober (ab 19.30 Uhr MEZ, live auf zdf.de), führen Jolina Reinhold und Filo Wüst das Team Deutschland als Fahnenträger*innen-Duo ins Stade Abdoulaye Wade in Diamniadio, knapp 30 Kilometer von Dakar entfernt. Für beide Nachwuchsathlet*innen wird der Einzug mit der deutschen Fahne zu einem der Höhepunkte ihrer Zeit in Dakar.
Jens Christoph Pech, Chef de Mission des Team D bei Dakar 2026, sagt: „Die deutsche Fahne für Team D bei einer Eröffnungsfeier zu tragen, ist eine ganz besondere Ehre. Mit Jolina Reinhold und Filo Wüst haben wir zwei junge Athlet*innen ausgewählt, die mit ihren sportlichen Leistungen und ihrem Auftreten stellvertretend für unser gesamtes Team Deutschland stehen. Ich bin sicher, dass dieser Moment für beide unvergesslich sein wird, und wünsche ihnen, dass sie diese besondere Erfahrung in vollen Zügen genießen.“
Für Jolina Reinhold ist die Rolle keine ganz neue Erfahrung. Die 17-Jährige trug bereits im vergangenen Jahr beim European Youth Olympic Festival (EYOF) in Skopje 2025 die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier und gewann dort anschließend die Goldmedaille. Inzwischen ist die Athletin des TSV Abensberg auch U18-Weltmeisterin. Anfang Oktober holte sie zudem Gold beim Junior European Cup in der Klasse bis 63 Kilogramm. In Dakar geht Jolina Reinhold nun erneut für Team Deutschland auf die Matte. Ihre Judo-Wettkämpfe finden am 2. November (ab 10.50 Uhr MEZ) statt.
„Wir feiern jede Medaille, aber wir zählen keine“
DOSB: In wenigen Tagen beginnen die Youth Olympic Games in Dakar. Worauf freust du dich persönlich am meisten, wenn du an die Spiele denkst?
Jens Christoph Pech: Schon bei der offiziellen Team D-Einkleidung Mitte Oktober war eine besondere Dynamik und große Vorfreude zu spüren. Wenn 50 junge Athlet*innen aus 17 Sportarten zusammenkommen und erstmals als ein Team auftreten, ist das etwas Besonderes. Mit Blick auf die Jugendspiele selbst kommt mit Senegal ein Gastgeber auf uns zu, wie wir ihn bei Olympischen Wettkämpfen bisher noch nicht erlebt haben. Die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und der gegenseitige Respekt sind schon jetzt deutlich spürbar. Darauf freue ich mich besonders. Ich bin mir sicher, dass diese Spiele für unsere jungen Athlet*innen, aber auch für die Betreuer*innen und das gesamte Team Deutschland ein ganz besonderes Erlebnis werden.
Dakar 2026 ist die erste olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent. Was macht diese Youth Olympic Games aus deiner Sicht besonders und was für Spiele erwartest du?
Wir haben bereits erlebt, wie groß der Stolz im Senegal und darüber hinaus ist, Gastgeber dieser Youth Olympic Games zu sein. Man spürt, dass Dakar 2026 nicht nur für Senegal eine enorme Bedeutung hat, sondern für ganz Afrika. Die Spiele werden als afrikanische Spiele gesehen.
Wir werden hier mit offenen Armen und einer großen Herzlichkeit empfangen. Gleichzeitig wird es sicherlich die eine oder andere organisatorische Herausforderung geben. Für uns als Teamleitung geht es deshalb darum, mögliche Unsicherheiten für die Athlet*innen von Beginn an aufzufangen und ihnen die notwendige Sicherheit und Leichtigkeit zu geben. Sie sollen sich auf ihren Sport und auf dieses besondere Erlebnis konzentrieren können.
Team Deutschland reist mit 50 jungen Athlet*innen nach Dakar. Was macht dieses Team aus?
Vor allem seine Vielfalt. Von den 25 Sportarten bei den Youth Olympic Games ist Team Deutschland in 17 vertreten. Wir haben klassische olympische Sportarten dabei, aber auch neuere Disziplinen wie Coastal Rowing. Hinzu kommen nicht-olympische Sportarten wie Beachhandball, in denen wir traditionell sehr stark sind, sowie Wushu, mit dem wir als Team D bislang nur wenige Berührungspunkte hatten. Damit bildet unser Team eine große Bandbreite des Sports ab.
Unsere Athlet*innen sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Sie befinden sich damit in einer besonderen Phase ihrer sportlichen Entwicklung. Viele stehen im Leistungssport noch relativ am Anfang ihres Weges und haben vielleicht die Olympischen Spiele als großes Ziel vor Augen. In Dakar können viele von ihnen nun erstmals erleben, was es bedeutet, Teil eines großen internationalen Multisportevents und von Team Deutschland zu sein.