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Wie Extremwetter den Sportsommer verändert

Der Klimawandel verändert die Bedingungen unter denen Sport stattfindet. Besonders deutlich wird das bei hohen Temperaturen – sie können die Leistungsfähigkeit beeinflussen und gesundheitliche Risiken für Sportler*innen, Zuschauer*innen, Helfende und weitere am Sport beteiligte Personen erhöhen. Gleichzeitig zeigt der Sportsommer 2026, dass Anpassungen möglich sind. 

Von Verkürzungen bis zur Veranstaltungsabsage

Beim IRONMAN Frankfurt (28.06) wurden aufgrund der zu erwartenden Hitze sowohl die Rad- als auch die Laufstrecke deutlich verkürzt. Beim hella hamburg halbmarathon fiel die Entscheidung noch weitreichender aus: Die für den 28. Juni geplante Veranstaltung wurde wegen der erwarteten Temperaturen von bis zu 37 Grad zunächst abgesagt und später auf den 25. Oktober verschoben. Trotz eines umfangreichen Wetterschutzkonzepts konnten gesundheitliche Risiken für Teilnehmende, Helfende und Einsatzkräfte nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden.

Auch der organisierte Sport reagierte. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) beispielsweise sagte Ende Juni aufgrund der extremen Temperaturen sämtliche von ihm organisierten Verbandsspiele und -turniere für ein ganzes Wochenende ab. Betroffen waren rund 4.400 Partien, insbesondere im Junior*innenbereich. Für nicht vom Verband organisierte Spiele empfahl der BFV, bei hohen Temperaturen auf Absagen oder gegebenenfalls auf kühlere Morgen- und Abendstunden auszuweichen.

Diese Beispiele zeigen: Klimaanpassung ist längst keine Zukunftsaufgabe mehr. Veranstalter, Verbände und Vereine stehen zunehmend vor der Frage, wie Sport auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher und attraktiv gestaltet werden kann. Dabei geht es nicht immer um große bauliche Veränderungen. Angepasste Trainings- und Wettkampfzeiten, Trink- und Kühlmöglichkeiten, klare Entscheidungswege bei Extremwetter und eine gute Kommunikation können bereits einen wichtigen Beitrag leisten. 

Eine Heim-WM, bei der Erfolg fast garantiert werden kann

Heim-WM! Es gibt nicht vieles, was Sportlerinnen und Sportler mehr elektrisiert als die Aussicht auf Welttitelkämpfe vor der eigenen Haustür. Und so überrascht es kaum, dass auch Nina Hachenburg und Jonas Vieren ihre Vorfreude auf das, was in dieser Woche in Duisburg auf sie wartet, als „riesig“ beschreiben. Die Ausgangslage jedoch ist für die beiden Kanupolo-Spitzenkräfte, die in der Bundesliga für die Wassersportfreunde Liblar antreten und in dem renommierten Verein aus Erftstadt regelmäßig gemeinsam trainieren, durchaus unterschiedlich. Während Jonas mit den deutschen Männern bereits dreimal Weltmeister war und mit 36 Jahren der Routinier des Teams ist, steht die 22 Jahre alte Nina zum ersten Mal im WM-Kader der A-Nationalmannschaft.

„Bei meiner ersten WM-Teilnahme gleich vor heimischem Publikum antreten zu dürfen, ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich. Es werden richtig viele Freunde und Familienmitglieder dabei sein“, sagt die Allrounderin, die an der Deutschen Sporthochschule in Köln Sportmanagement studiert. Jonas, der als Produktionsingenieur im Werkzeugbau arbeitet, hat zwar schon eine Heim-WM erlebt, allerdings nur als Zuschauer. „Bei der WM 2002 im Essener Grugabad war ich zwölf Jahre alt und stand mit einer Trommel auf der Tribüne. Damals habe ich gedacht, wie cool es wäre, einmal als Aktiver bei einer Heim-WM dabei zu sein. Dass dieser Traum nach so vielen Jahren nun Realität wird, ist eine richtig große Sache für mich“, sagt er.

Bereits an diesem Montag wird die WM auf der Regattabahn im Sportpark Duisburg feierlich eröffnet, der Spielbetrieb startet am Dienstag mit den U-21-Teams, die ebenfalls Teil der WM sind. Die A-Nationalteams greifen am Mittwoch erstmals ein. Die Frauen treffen um 9.10 Uhr auf Malaysia, die Männer um 9.45 Uhr auf Japan. Insgesamt werden 76 Mannschaften aus 28 Nationen mit mehr als 700 Athletinnen und Athleten erwartet, 359 Partien stehen bis zum Sonntag auf dem Spielplan. Dass alle vier Finals deutsche Beteiligung aufweisen werden, ist keinesfalls unrealistisch, sondern das klare Ziel des Dachverbands DKV. Chefbundestrainerin Leonie Wagner sagt: „Das Ziel ist, dass wir am Ende vier Medaillen in Deutschland behalten. Vor allem möchte ich aber, dass wir unseren Besucherinnen und Besuchern spannende und intensive Wettbewerbe präsentieren, die Lust auf Kanupolo machen.“

„Wir wollen den Schach-Boom weiter anheizen“

Samarkand, das ist Musik in den Ohren der an Kunst- und Kulturgeschichte Interessierten. Die 600.000 Einwohner*innen zählende Stadt im Südosten Usbekistans, eine der ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen Asiens, liegt an der historischen Seidenstraße und ist für ihre Moscheen und Mausoleen weltbekannt. Doch Samarkand kann auch Sportgroßveranstaltungen durchführen, und das ist der Grund dafür, dass Elisabeth Pähtz und Matthias Blübaum in den kommenden zwei Wochen keine Kapazitäten haben werden, um die touristischen Höhepunkte auszuchecken. Die beiden Großmeister treten mit den deutschen Nationalmannschaften zur Schach-Olympiade an, dem größten und wichtigsten Teamwettbewerb ihres Sports. „Schach ist zwar ein Einzelsport, aber für uns als Team ist es der wichtigste Wettkampf der Saison, zumal die Olympiade auch nur alle zwei Jahre stattfindet“, sagt Matthias.

Der 29-Jährige, der in Bielefeld lebt, geht mit der Erfahrung in seine fünfte Olympiade, mit den Besten der Welt mithalten zu können. Der Weltranglisten-52. startete im April dieses Jahres beim Kandidatenturnier für die WM, die Ende des Jahres in Genf zwischen dem indischen Titelverteidiger Dommaraju Gukesh und Turniersieger Javohir Sindarov (Usbekistan) stattfindet, und belegte dort Platz sechs. „Ob ich dadurch schachtechnisch viel gelernt habe, kann ich gar nicht sagen. Aber die Teilnahme hat mir die Angst genommen, mich gegen die Besten der Welt behaupten zu müssen, ich gehe nun mit einem anderen Selbstvertrauen ans Brett“, sagt er. In Samarkand ist Matthias im fünf Spieler umfassenden Aufgebot von Bundestrainer Jan Gustafsson die Nummer zwei hinter dem Weltranglistensechsten Vincent Keymer (21). Zudem zählen noch die Svane-Brüder Rasmus (29) und Frederik (22) sowie Alexander Donchenko (28) zum Kader.

Einen noch höheren Stellenwert hat die Olympiade für Elisabeth Pähtz. Die erfolgreichste und bekannteste deutsche Schachspielerin der Gegenwart, die 2022 als erste Deutsche den allgemeinen Großmeistertitel zuerkannt bekam, hat seit 1998 keine Ausgabe verpasst und startet in Samarkand zum 13. Mal in Folge für Deutschland. „Für mich ist die Olympiade so etwas wie mein Lebenslauf, seit ich als Zwölfjährige zum ersten Mal daran teilgenommen habe. Individuell mag es wichtigere Turniere geben, aber als Teamevent ist sie das Größte für uns“, sagt die 41-Jährige, die das Aufgebot von Bundestrainerin Zahar Efimenko anführt. Außerdem zählen Dinara Wagner (27), Hanna-Marie Klek (31), Lara Schulze (24) und die Deutsche Meisterin Jana Schneider (24) zum Kader.