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„Der Sport hat im Grunde seine eigene Sprache – und baut damit Hürden ab.“

Mit unserer IdS-Interviewreihe geben wir 2026 den Menschen eine Stimme, die „Integration durch Sport“ täglich mit Leben füllen - und zeigen, warum das Bundesprogramm für den organisierten Sport und unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Teil 5 mit Daniel Dwars, Referatsleiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

DOSB: Welche Rolle spielt das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ aus Sicht des BAMF in der Integrationslandschaft?

Daniel Dwars: Das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ spielt eine ganz wesentliche Rolle in der Integrationslandschaft und in der Integrationsförderung des Bundes. Es kann auf bald auf vier Jahrzehnte Erfahrungen und Erfolge zurückblicken. Es hat sich über Jahre hin bewährt, weiterentwickelt und ist auch Krisen begegnet. Ein so langfristig gewachsenes und zugleich anpassungsfähiges Förderprogramm, dass so viele Menschen über die Jahre erreicht hat, ist für die Integrationsarbeit in Deutschland von zentraler Bedeutung.

Warum ist Sport ein besonders wirksames Feld für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Der Sport verbindet Menschen. Er ist leicht zugänglich und schafft aktive soziale Teilhabe. Hemmnisse wie fehlende Sprachkenntnisse treten dabei oft in den Hintergrund, weil Kommunikation im Sport stark über Bewegung, gemeinsames Handeln und nonverbale Verständigung funktioniert. Damit hat der Sport im Grunde seine eigene Sprache, die von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft beherrscht werden kann. Diese Möglichkeit des Austauschs über den Sport baut Hürden ab, schafft echte Begegnungsräume. Das stärkt die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte, aber gleichzeitig auch die interkulturelle Öffnung der Verbände und Sportvereine.

Anna-Lena Forster ist Sportlerin des Monats

Die Monoskifahrerin und Paralympics-Siegerin setzte sich bei der Abstimmung durch die rund 4000 von der Sporthilfe geförderten Athletinnen und Athleten mit 59,1 Prozent deutlich gegen weitere deutsche Medaillengewinnerinnen und -gewinner der Spiele durch. Forster hatte in Norditalien mit herausragenden Leistungen geglänzt. Als "Golden Girl" gefeiert, war die 30-Jährige allein für die Goldausbeute des deutschen Teams verantwortlich. In Abfahrt und Riesenslalom fuhr die Freiburgerin zum Sieg und holte dazu in der Super-Kombination Silber.

Rang zwei bei der Wahl ging an die Silbermedaillen-Gewinner der offenen Staffel im Para-Skilanglauf (Marco Maier, Sebastian Marburger, Linn Kazmaier mit Guide Florian Baumann, Theo Bold mit Guide Jakob Bold/9,1 Prozent). Rang drei sicherte sich Marco Maier (8,3 Prozent), der neben Silber in der Staffel drei Bronzemedaillen im Para-Biathlon gewann (Sprint, Verfolgung, Einzel). 

Für ihre herausragenden Leistungen wurden die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert.

Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten drei Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.

Stiftung Deutsche Sporthilfe

(Quelle: SID)

 

Sport und Bewegung fördern – Gesundheitskosten senken

Sport und Bewegung fördern – Gesundheitskosten senken 

Angesichts der dramatisch wachsenden Finanzierungslücke in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), Sport und Bewegung als zentralen Baustein einer wirksamen Präventions- und Gesundheitspolitik strukturell zu stärken. Der organisierte Sport erreicht Millionen Menschen, wirkt präventiv über alle Altersgruppen hinweg und kann einen entscheidenden Beitrag leisten, Gesundheitskosten langfristig zu senken. 

Die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung spitzt sich dramatisch zu. Die Finanzkommission Gesundheit des Bundesministeriums für Gesundheit beziffert die bestehende Finanzierungslücke auf über 15 Milliarden Euro im Jahr 2027. Bis 2030 soll sie auf mehr als 40 Milliarden Euro anwachsen. In der aktuellen Debatte um Einsparungen und Strukturreformen fehlt aus Sicht des DOSB jedoch ein zentraler strategischer Hebel: eine systematische Stärkung von Sport und Bewegung.