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Jetzt abstimmen: „World Games Athlete of the Year“

Bei der 12. Ausgabe der World Games im vergangenen Jahr im chinesischen Chengdu vom 7. bis 17. August 2025 belegte das Team Deutschland Platz zwei in der Nationenwertung hinter dem Gastgeberland.

Für die Wahl zur*zum Athlet*in des Jahres wurden mit Nina Holt und dem Tanzpaar Marius Andrei Balan and Khrystyna Moshenska auch deutsche Athlet*innen nominiert, die bei den Spielen erfolgreich waren.

Rettungsschwimmerin Nina Holt ist mit fünf Goldmedaillen und drei Weltrekorden die erfolgreichste deutsche Athletin bei den Spielen der nicht-olympischen Sportarten. Sie ist sogar nach zwei Teilnahmen (2022 und 2025) die zweitbeste Athletin in der Geschichte der World Games. Die Sportsoldatin vom SC Magdeburg war außerdem gemeinsam mit Flossenschwimmer Max Poschart Fahnenträgerin des Team Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Chengdu. Zu ihrer Nominierung sagt sie: „Ich freue mich sehr, unter den Nominierten zu sein. Es ist eine große Anerkennung für meine Ergebnisse bei den World Games in Chengdu.“

Marius Balan und Khrystyna Moshenska vom TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg tanzten im Latein-Finale der World Games zur Goldmedaille. Mit herausragenden 39,25 Punkten ließen sie die Konkurrenz aus Frankreich (38.58) und China (37.33) hinter sich. Das Paar tanzt seit 2014 erfolgreich zusammen und war bereits viermal Weltmeister sowie dreimal Europameister im Lateintanzen.

Insgesamt sind 30 Athlet*innen für den Titel „World Games Athlete Of The Year“ nominiert. Die erste Abstimmungsrunde läuft bis zum 26. Januar. In der zweiten Runde werden dann die besten zehn Nominierten noch einmal gegeneinander antreten. Diese Runde endet am 2. Februar.

Zur Abstimmung

Es wird jeweils für zwei Kandidat*innen abgestimmt. Wobei die erste Wahl zwei Stimmen, die zweite Wahl eine Stimme erhält.

Weitere Informationen

„Die Strahlkraft von Olympia ist größer als alles andere“

Eine Fleischwunde am linken Fuß, die Normalsterbliche wahrscheinlich wochenlang vom Sporttreiben abhalten würde, ist aktuell seine größte Sorge. „Der Fuß ist offen, ich muss schauen, dass wir das in den Griff bekommen“, sagt Christopher Grotheer am Samstagnachmittag, nachdem er in der MTC World of Fashion in München seine Bekleidung für die Olympischen Winterspiele in Norditalien (6. bis 22. Februar) in Empfang genommen hat. Deswegen auf den Heimweltcup in Altenberg in der kommenden Woche zu verzichten, käme dem 33-Jährigen allerdings nicht in den Sinn. Im Gegenteil, er freut sich sehr auf den letzten Formtest vor dem Saisonhöhepunkt, und angesichts der Probleme, die er zu Beginn des Weltcup-Winters mit sich herumschleppte, ist der malade Fuß kaum mehr als eine Randnotiz für ihn.

Christopher Grotheer wird nachgesagt, dass er kein Mann vieler Worte sei. Doch wer ihm zuhört, wenn er über die vergangenen Monate spricht, spürt deutlich, wie intensiv diese Phase für ihn gewesen sein muss. Als Skeleton-Olympiasieger von Peking 2022 hatte sich der gebürtige Wernigeroder, der mittlerweile in Thüringen lebt und für den BSR Rennsteig Oberhof startet, für seine dritten Spiele vorgenommen, im Eiskanal von Cortina erneut den Medaillenkampf zu prägen. Nach einer gelungenen Vorbereitung war er beim ersten Lehrgang auf Eis beim Anschieben auf den Griff seines Schlittens gestürzt und hatte sich eine Adduktorenquetschung mit Einblutung zugezogen. Kaum wieder fit, erlitt er Mitte November, eine Woche vor dem Weltcupstart in Cortina, einen Muskelfaserriss in der Wade.

Mehrere Verletzungen warfen ihn zum Saisonstart zurück

„Ich konnte kaum anschieben, fahrerisch hat es mir den Stecker gezogen“, sagt er im Rückblick. Trotz seiner langjährigen Erfahrung kamen Gedanken auf, die ihn beunruhigten. „Ich hatte ständig im Hinterkopf: Wenn du dich jetzt noch einmal verletzt, war es das mit Olympia. Das hat mich schon runtergezogen. Ich habe bis Mitte Dezember ständig in mich hineingehorcht und versucht, bloß keine falschen Bewegungen zu machen“, sagt er. Da Unsicherheit im Rennsport allerdings kontraproduktiv ist, kehrte Christopher Grotheer am Wochenende vor Weihnachten in Sigulda (Lettland) in den Weltcup zurück - und tankte mit einem fünften Platz viel Selbstvertrauen. „Da habe ich gespürt: Wenn ich selbst unter solch widrigen Bedingungen mithalten kann, dann muss mir nicht bange sein“, sagt er.

Die Feiertage nutzte das Kraftpaket für intensives Aufbautraining, seitdem zeigt die Leistungskurve in die Richtung, die er sich erhofft hatte. Und auch die negativen Gedanken sind, nachdem es in dieser Woche in St. Moritz (Schweiz) zu EM-Bronze reichte, längst wieder positiver Überzeugung gewichen. Der siebenmalige Weltmeister zieht einen Vergleich zur vergangenen Saison, mit dem er sich für Olympia zusätzlich Mut macht. „2024/25 habe ich die ersten vier Weltcuprennen gewonnen, bei der WM war dann aber die Luft raus. Dieses Mal mache ich es umgekehrt und habe meinen Formhöhepunkt in Cortina“, sagt er.

Was ein Olympiasieg auslöst, kann Christopher Grotheer seit seiner Triumphfahrt von Peking persönlich einschätzen. „Die Goldmedaille war ein deutlicher Boost, sowohl für meine Bekanntheit als auch im Sponsoring. Mit einem WM-Titel ist das nicht zu vergleichen, die Strahlkraft ist viel größer als alles andere“, sagt er. Überhaupt war das Jahr 2022 sein Jahr, er heiratete seine Partnerin Mary-Ann, ein halbes Jahr nach Olympiagold kam Tochter Elsa zur Welt. Dass die Dreijährige nun in Italien dabei sein wird, wenn der Papa erneut auf Goldsuche geht, erfüllt ihn mit großer Vorfreude. „Meine ersten Spiele 2018 in Pyeongchang waren beeindruckend, aber sportlich enttäuschend. Peking war sportlich super, aber wegen Corona von der Atmosphäre her enttäuschend, es war wie ein Job, den man erledigt hat. Nun freue ich mich riesig, Olympische Spiele quasi vor der Haustür erleben zu können“, sagt er.

Jenny und Benny - ein ganz besonderes Eistanzpaar

Als er am Donnerstagmittag die Einkleidung für die Olympischen Spiele in Norditalien absolviert hatte und mit zwei prall gefüllten Koffern im Mixed-Zone-Bereich der MTC World of Fashion in München saß, hatte Benjamin Steffan ein kleines Problem. „Mir gefällt die Kleidung am besten, die man auf dem Podium tragen soll“, sagte der 29 Jahre alte Eistänzer. Seit seine Disziplin 1976 in Innsbruck ins olympische Winterprogramm aufgenommen wurde, hat noch kein deutsches Eistanzpaar eine Medaille gewinnen können. Insofern scheint die Wahrscheinlichkeit nicht hoch zu sein, dass der Athlet vom EC Oberstdorf seine Lieblingsstücke aus der adidas-Kollektion offiziell wird tragen können. Aber wer ihn am Donnerstag mit seiner Partnerin Jennifer Janse van Rensburg erlebte, wird nicht daran zweifeln, dass das Duo zumindest alles dafür geben wird, die Eiskunstlauf-Welt aus den Angeln zu heben.

Seit zehn Jahren starten Jenny und Benny, wie die beiden gern genannt werden dürfen, als Paar. Der Durchbruch in die Weltklasse gelang ihnen mit Rang 16 bei der WM in Boston (USA) im März 2025, mit dem sie Deutschland einen Quotenplatz für die Winterspiele sicherten. „Das war aus meiner Sicht der Startschuss für unsere erste Olympia-Kampagne“, sagt Benny, „für mich war von da an klar, dass wir uns auf die Spiele vorbereiten können.“ Jenny dagegen empfand die Einkleidung als „den Tag der Tage, ich konnte vor Aufregung gar nicht schlafen und fühle mich jetzt offiziell als Teil der Olympiamannschaft!“ Die endgültige Nominierung des Team D erfolgt zwar erst am 20. Januar durch den DOSB, aber spätestens seit sie im Dezember ihren fünften deutschen Meistertitel in Serie gewannen, steht für das Duo fest, dass der Traum von der Teilnahme an Olympischen Spielen Wirklichkeit wird. „Fünf Meistertitel, jeder für einen der olympischen Ringe, das ist unser Motto für die DM gewesen. Dass es jetzt klappt, ist einfach unglaublich“, sagt Jenny.

Die Geschichte, wie die beiden zu ihrem Sport und zueinanderfanden, ist kurios. Jenny betrieb als gebürtige Oberstdorferin auch leistungsmäßig alpinen Skisport, sah aber als Sechsjährige Eiskunstlauf im Fernsehen. „Das wollte ich auch, und als ich mich irgendwann entscheiden musste, bin ich beim Eiskunstlauf geblieben.“ Zunächst startete sie für den EC Oberstdorf im Einzel, wechselte aber, weil die ständigen Sprünge ein Patellaspitzen-Syndrom verursacht hatten, als 20-Jährige zum Eistanzen. „War aber nicht schlimm, weil ich schon immer eher eine ausdrucksstarke Läuferin als eine Springerin war“, sagt sie. Benny dagegen war zunächst in Chemnitz Eishockeyspieler, wurde aber, weil er regelmäßig seiner jüngeren Schwester bei deren Eislauftraining zuschaute, von der bekannten Chemnitzer Paarlauftrainerin Monika Scheibe bearbeitet, es doch auf dem Eis auch mal ohne Helm und Schläger zu probieren. „Irgendwann hatte sie mich weichgeklopft, als Zehnjähriger bin ich zum Eistanz gewechselt“, sagt er.