Luftqualität: Ein unterschätzter Faktor im Sport
Beim Sport wird schneller und tiefer geatmet – dadurch können auch mehr Schadstoffe und Allergene in die Atemwege gelangen. Die Luftqualität kann damit ein wichtiger Faktor für Gesundheit und Leistungsfähigkeit sein. Miranda Wilson hat dies bei den Badminton-Weltmeisterschaften in Neu-Delhi vom 17. bis 23. August 2026 selbst erlebt. Im Interview berichtet die Badmintonspielerin und Projektmanagerin des DOSB-geförderten Pilotprojekts „Cool Court“ des Deutschen Badminton-Verbandes von ihren Erfahrungen mit der Luftqualität und dem Umgang damit im Leistungssport.
Zum Dienstjubiläum: Otto Frickes privates Alphabet
A wie Acht: Mein Vorname bedeutet in italienischer Sprache, die ich nicht erst seit meinen ersten Winterspielen in diesem Februar sehr mag, acht. Zudem war die Acht meine Rückennummer beim Elternhockey, das ich spielen musste, nachdem ich von meiner zehnjährigen Tochter bei ihrem Hockeyspiel gefordert hatte, sie solle doch mehr laufen. „Lauf doch selbst erstmal mehr“ war die Antwort, und da hatte sie recht. Habe ich danach nie wieder gefordert.
B wie Buckelpiste: Meine Eltern haben mir früher im Winterurlaub in Verbier (Schweiz) das Skifahren ermöglicht, und da gab es wahnsinnig viele Buckelpisten. Ich habe sogar mal als Jugendlicher an einem Wettbewerb teilgenommen, aber als Flachland-Tiroler war ich gnadenlos unterlegen. Ski fahre ich bis heute, aber viel zu wenig. Der Geist will mehr, als der Körper noch kann.
C wie Chicago Cubs: Ich liebe Baseball! Am Anfang war ich Fan der Toronto Blue Jays, weil ich 1992 mein erstes Livespiel in deren Stadion gesehen habe. Irgendwann guckt man aber nach den „Loveable Losers“, die 106 Jahre nicht Meister waren, und so bin ich längst Anhänger der Cubs. Die Atmosphäre im Wrigley Field ist einfach toll, ich war schon mehrfach dort. Insgesamt habe ich bisher 15 MLB-Stadien besucht.
D wie Demokratie: Sie ist die essenzielle Voraussetzung für ein gutes Leben. Wir müssen alles tun, um sie zu bewahren. Je mehr Leute sie verteidigen, umso weniger haben die, die sie verachten, eine Chance.
E wie evangelisch: Ich bin ein gläubiger, aber nicht religiöser evangelischer Christ, der mit seiner Kirche hadert, weil sie die Wichtigkeit der Seelsorge zu sehr aus den Augen verloren hat. Ich lebe meinen Glauben, indem ich bete, die christlichen Grundwerte beachte und erst einmal positiv auf jeden Menschen zugehe.
F wie Freiburg: Diese wunderbare Stadt war mein Studienort und ist immer wieder Sehnsuchtsort, weil der Hochschwarzwald zur Region Freiburg dazugehört. Die Liebe zu Freiburg liegt in der Familie: Meine Eltern haben dort studiert, mein Sohn studiert dort. Ich habe fünfeinhalb Jahre dort verbracht, war auch Mitglied der Baseballer der Freiburg Knights. Der „bleibende Schaden“ ist die Liebe zum SC Freiburg.
G wie Gleitschirm: Ich habe 1989 meine komplette deutsche Lizenz in den Vogesen gemacht. Damals war das noch kontrolliertes Sinken statt richtiges Fliegen. Ich wollte mir mit dem Gleitschirm immer den Traum vom Fliegen erfüllen. Am meisten bin ich in den Alpen geflogen, mein längster Flug dauerte 90 Minuten, das war auch in Verbier. Wegen des Risikos habe ich es aufgegeben, als die Kinder klein waren. Ich würde mir aber nach einem Auffrischungskurs zutrauen, es noch einmal zu machen.
H wie Hockey: Alle meine drei Kinder haben im Crefelder HTC Hockey gespielt, eine Tochter hat es bis zur Hallen-Bundesliga gebracht. Im CHTC bin ich noch immer Mitglied, habe dort auch Elternhockey gespielt. Ich schaue den Sport sehr gern und versuche, mich informiert zu halten. Hockey bietet eine wirklich tolle Gemeinschaft.
I wie international: Als überzeugter Europäer kann ich gar nicht anders, als mich international auszurichten, und als jemand, der Geschichte-Leistungskurs belegt hat, weiß ich, dass es ohne internationale Beziehungen nicht funktioniert. Sprachen zu lernen und Kulturen zu erkunden, macht mir Spaß, ich bin einfach neugierig. Mein liebstes internationales Reiseziel ist Norwegen, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Meine Lieblingsinsel dort ist Senja.
J wie Jura: Die Rechtswissenschaften waren nicht mein erster Studienwunsch, das war Architektur, aber den NC habe ich mit meinem Abischnitt von 2,6 nicht geschafft. Also habe ich in Freiburg Jura studiert und bin dafür sehr dankbar. Von 1995 bis 2000 habe ich als Rechtsanwalt in Vollzeit gearbeitet, faktisch aber seit meinem 15. Lebensjahr in der Kanzlei meiner Eltern gejobbt, als Student die Buchhaltung gemacht. Auch als Abgeordneter im Bundestag habe ich, wenn es zeitlich ging, im privaten Baurecht weitergemacht, meine Spezialität waren feuchte Keller. Ich kann mir vorstellen, es wie meine 89 Jahre alte Mutter zu machen und bis ins hohe Alter zu arbeiten. Für das Gehirn gilt, was auch im Sport gilt: dass Training fit hält.
K wie Krawatte: Ein Mann aus der Seidenstadt Krefeld kann nicht ohne Krawatte. Ich empfinde sie als eine der wenigen Möglichkeiten, die ein Mann hat, um Schmuck zu tragen. Farblich auf die Krawatte abgestimmte Kniestrümpfe runden das Gesamtbild ab. Im Referendariat habe ich damit angefangen. Wenn ich wusste, dass ich Mandantenkontakt habe, habe ich eine Krawatte getragen, und seitdem ziehe ich es durch. Ich bin aber auch im DOSB ein liberaler Krawattenträger: Ich darf, andere müssen nicht.
L wie Lakritz: Im DOSB habe ich diese Leidenschaft eingeführt, auch wenn sie noch nicht von vielen geteilt wird. Lakritze gab es bei uns zu Hause schon immer, und das regelmäßige Verbringen der Sommerferien in den Niederlanden hat die Zuneigung verfestigt. Meine Lieblingssorte sind niederländische Honig-Lakritze. Das Beste daran ist: In Süddeutschland isst sie dir niemand weg.
M wie Musik: Ich mag Musik sehr! Ich singe sehr gern, angeregt durch meine Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung. Auch Singen im Stehen in der Kirche befreit und lockert. Wer das nicht glaubt, muss sich nur Fangesänge im Stadion anhören. Ich bin nicht auf einen Stil festgelegt. Meine Lieblingsband ist Depeche Mode, ich höre aber auch gern Klaviermusik, je nach Stimmung. Ich war sehr früh Kraftwerk-Fan, 1984 bin ich zu einem Konzert nach Düsseldorf gegangen, auch weil das Gründungsmitglied Ralf Hütter aus Krefeld kam. Ein Instrument habe ich leider nicht gelernt, obwohl wir ein Klavier zu Hause hatten und mein Vater Akkordeon gespielt hat.
„Respekt und Wertschätzung müssen wichtiger sein als Skandalisierung“
An diesem Wochenende beginnt sie wieder, die Fußball-Bundesliga der Männer. Was das für viele Millionen Menschen bedeutet, ist uns in Sportdeutschland allen bewusst. Ich möchte den Stellenwert des Fußballs keinesfalls schlechtreden und an dieser Stelle auch nicht die Moraldiskussion vertiefen, die während und nach der XXL-WM in diesem Sommer entbrannt war. Aber daraus ergibt sich ein Thema, das mir als Athlet in einem Nischensport ganz besonders am Herzen liegt, und das in den vergangenen Wochen einen bemerkenswerten Schub erhalten hat.
Die Erfolge deutscher Athlet*innen bei der Heim-WM im Reitsport, der Leichtathletik-EM in Birmingham und der Schwimm-EM in Paris haben während der Sommerzeit ebenso wie der Fußball Millionen Sportbegeisterte komplett abgeholt. Ich habe mich nicht nur riesig mit den vielen Team-D-Aktiven gefreut, sondern vor allem auch darüber, in welcher Form über ihre Wettkämpfe berichtet wurde. Angefangen hat dieser grandiose Sportsommer mit den Finals Ende Juli in Hannover, die von ARD und ZDF gewohnt großflächig in Szene gesetzt wurden. Ein Format, das für nationale Titelkämpfe seinesgleichen sucht. Dass aber auch die Europameisterschaften in den olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen in einer Breite im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sichtbar waren, die wir aus den vergangenen Jahren zumindest im Schwimmen nicht gewohnt waren, ist ein extrem wichtiges Zeichen.
Warum? Weil es trotz all der Möglichkeiten, die das Internet bietet, noch immer unerlässlich für das Erreichen einer breiten Öffentlichkeit ist, im frei empfangbaren Fernsehen stattzufinden. Livestreams decken heutzutage zwar viele Sportevents ab. Aber ich weiß das von unseren Weltcups im Eisschnelllaufen: Wenn die Rennen im Stream laufen, gucken da mit Glück ein paar Tausend Fachleute oder Familienangehörige zu. Wenn aber in der Pause der Biathlon-Übertragung eine Zusammenfassung unserer Wettkämpfe gezeigt wird, haben wir ein Millionenpublikum. Damit erreichen wir viele Menschen, die ein grundsätzliches Sportinteresse haben, aber nicht über Stunden Eisschnelllauf schauen würden. Und genau diese Einstiegsebene braucht es, um Aufmerksamkeit zu generieren, Sportbegeisterte zu Eisschnelllauf-Fans zu machen und damit letztlich das Interesse von Sponsoren zu wecken.
Das Zauberwort lautet Kontinuität
Das Zauberwort für den Umgang mit dem olympischen Sport lautet allerdings: Kontinuität. Im Wintersport ist diese gegeben, weil sich die Weltverbände mit den TV-Anstalten auf einen Wettkampfkalender geeinigt haben, der an den Wochenenden tagesfüllende, aufeinander abgestimmte Sendepläne ermöglicht. Im Sommer ist die Situation eine andere. Wenn ich für die mediale Verbreitung einen Wunsch frei hätte, dann wäre es der, dass zumindest der jeweilige Saisonhöhepunkt in jeder olympischen sowie paralympischen Sportart – und nach meiner Hoffnung gern auch in vielen nicht-olympischen Sportarten – umfangreich im öffentlich-rechtlichen Programm abgedeckt würde. Wir propagieren im organisierten Sport immer wieder die Wichtigkeit unserer Angebote für die Förderung der Gesundheit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, und wir bewerben uns um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Da sehe ich es als gemeinsame Pflicht, die gesamte Bandbreite des Sports auch abzubilden. Mir ist natürlich klar, dass Sendezeiten begrenzt sind. Aber es wäre schon ein Quantensprung, wenn ARD und ZDF alle Saisonhöhepunkte per Livestream mit Fachkommentar und Moderation anbieten würden.
Die Frage, ob es „klassische Medien“ weiterhin braucht, wenn über die sozialen Medien doch jeder zu seinem eigenen Sender werden kann, wird oft gestellt. Meine Antwort darauf ist klar: auf jeden Fall! Zum einen gibt es viele Athlet*innen, die weder die Zeit noch die Mittel haben, sich als Social-Media-Profis zu betätigen. Andere wiederum wollen sich nicht in der privaten Form öffnen, die es braucht, um entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren. Für mich zählt aber ebenso: Wir brauchen die Medien für die Einordnung, was mich zu einem weiteren Aspekt führt, der mich in den vergangenen Wochen berührt hat. Über die Frage, ob die Wertschätzung für die Leistung der Sportler*innen angemessen sei, wurde intensiv diskutiert. Ich möchte an dieser Stelle nicht das Thema Bezahlung aufmachen, weil es ein abendfüllendes ist. Aber die Frage, ob Sportjournalismus in Deutschland zu kritisch, zu negativ daherkommt, ist spannend.

