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Deutscher Engagementpreis 2026 – jetzt abstimmen für Sportdeutschland

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für Engagementpreise in Deutschland und wird seit 2024 von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) ausgetragen. Zur Abstimmung des diesjährigen Publikumspreises, der mit insgesamt 22.500 Euro dotiert ist, stehen knapp 500 nominierte Projekte und Personen, die bereits einen Preis für ihr Engagement erhalten haben. Abgestimmt werden kann bis zum 29. Oktober, 17:59 Uhr, mit bis zu drei Stimmen pro Person. Zum kostenlosen Publikumsvoting geht es hier.

Unter den Nominierten sind auch zahlreiche Engagements aus dem Sport – die etwa bei den „Sternen des Sports“ oder beim Vereinspreis „Sport mit Haltung" gewürdigt wurden. Ein paar dieser Engagements stellen wir hier vor.

Jetzt abstimmen für Engagements aus Sportdeutschland

Das Ehrenamt neu denken und nachhaltig stärken

Die Turngemeinde Herford von 1860 zeigte mit einer großangelegten Ehrenamts-Kampagne, wie ehrenamtliches Engagement nachhaltig gestärkt und gleichzeitig Teilhabe und Anerkennung ermöglicht werden können. Unter dem Motto „Vereinsheld 2025“ fördert der Verein vor allem junge Ehrenamtliche und ermutigt sie dazu, sich langfristig zu engagieren. Die Initiative basiert auf sechs Säulen – von Netzwerktreffen über Qualifizierungsformate bis hin zur finanziellen Förderung.  Für dieses Engagement wurde der Verein mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold geehrt. Jetzt abstimmen für die Turngemeinde Herford von 1860.

Sport als Raum gesellschaftlicher Verantwortung

Unter dem Leitmotiv „Willkommen im Gleisdreieck“ engagiert sich die Fußballabteilung des ESV Olympia Köln seit mehreren Jahren klar für demokratische Werte und gegen Menschenfeindlichkeit. Maßnahmen wie ein Kinder- und Jugendschutzkonzept, ein Antidiskriminierungs-Leitfaden, Schulungen und benannte Ansprechpersonen schaffen nachhaltige Strukturen und stärken den Zusammenhalt im Verein. Dafür wurde der Verein vom Bundeskanzleramt und der Deutschen Sportjugend mit dem Vereinspreis „Sport mit Haltung“ ausgezeichnet. Jetzt abstimmen für die Fußballabteilung des ESV Olympia Köln.

Sportmilliarde: So werden die Gelder für Schwimmbäder verteilt

Am 23. September hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Projekte des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ (SKS - Schwimmbäder) bekanntgegeben. Das Programm ist ein Ableger des allgemeinen SKS-Programms, mit dem sanierungsbedürftige Sportstätten in ganz Deutschland aus Bundesmitteln gefördert werden und spezialisiert sich – wie der Name verrät – auf Schwimmbäder. Im allgemeinen SKS-Programm sind dagegen alle Arten von Sportstätten (Hallen, Plätze, Vereinsheime und auch Schwimmbäder) antrags- und förderberechtigt.

Für das allgemeine SKS-Programm wurden in der ersten Förderphase im Frühjahr 2026 bereits 329 Millionen Euro an über 300 Projekte verteilt, das Schwimmbad-Programm erhöht diese Gesamt-Fördersumme nun um 247 Mio. Euro.

Bereits fest eingeplant ist zudem eine zweite Runde des SKS-Programms mit vom Bund veranschlagten 333 Mio. Euro. Die Antragsphase dazu soll noch Ende Oktober 2026 starten. Damit lägen die Fördermittel der drei Programmrunden bei über 900 Millionen Euro. Demgegenüber steht ein vom DOSB bezifferter Sanierungsstau bei Sportstätten von mindestens 31 Milliarden Euro.

Wenn der Startschuss nicht zu hören ist: Gehörlosensport bei der Schwimm-EM

Wer beim Gehörlosensport zuschaut, wird schnell feststellen: Dort läuft manches anders, vor allem dann, wenn es um Kommunikation und Signale geht. Denn wo hörende Sportler*innen auf einen Startschuss, einen Pfiff oder Zurufe reagieren, kommt es im Gehörlosensport auf das Sehen und die visuelle Wahrnehmung an. Akustische Signale werden durch visuelle oder teilweise auch taktile Signale ersetzt.

Beim Schwimmen zeigt sich das besonders deutlich: Statt eines Startschusses gibt eine Lichtsignalanlage das Startsignal. Das bekannte Ampelsystem macht den Beginn des Rennens für alle sichtbar. Im Training kann beispielsweise auch ein Antippen an Schulter oder Rücken ein vereinbartes Startsignal sein. 

Dieses Prinzip findet sich auch in vielen anderen Sportarten im Gehörlosensport wieder. Was sonst zu hören ist, wird sichtbar oder spürbar gemacht: Im Fußball können beispielsweise Schiedsrichterzeichen über eine Fahne wahrgenommen werden, anstatt dass ein Pfiff das Signal gibt. Im Tanzsport können Vibrationen über den Boden dabei helfen, Rhythmus und musikalische Impulse wahrzunehmen. Und auch im Volleyball gibt es besondere visuelle Signale: So kann beispielsweise das Netz bewegt werden, um den Spieler*innen während des Spiels eine Information zu vermitteln. Je nach Sportart gibt es damit unterschiedliche Möglichkeiten, akustische Informationen so zu ersetzen, dass sie für die Sportler*innen sichtbar oder spürbar werden.

Gebärdensprache spielt entscheidende Rolle im Gehörlosensport

Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Gebärdensprache. Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen Sportler*innen, Trainer*innen und dem weiteren Umfeld und ist zugleich ein wichtiger Teil der Gehörlosenkultur. Wer genauer hinschaut, entdeckt deshalb im Gehörlosensport viele visuelle Zeichen und Kommunikationsformen, die sich vom Sport hörender Athlet*innen und von anderen Sportkontexten unterscheiden. 

Damit Kommunikation funktioniert, müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Trainer*innen müssen für ihre Sportler*innen gut sichtbar sein. Ungünstige Lichtverhältnisse, etwa wenn die Sonne direkt hinter den Trainer*innen steht, können die Kommunikation erheblich erschweren. 

Gehörlosensport macht damit sichtbar, wie wichtig Barrierefreiheit und gute Kommunikation im Sport sind: Es geht nicht darum, den Sport anders zu machen, sondern darum, Informationen so zu vermitteln, dass alle sie wahrnehmen können. 

Und wer bei der Schwimm-EM in Freiburg zuschaut, kann selbst einmal darauf achten: Welche Signale sind zu sehen, die sonst zu hören wären? 

Passend dazu gibt es ein kurzes Video mit wichtigen Gebärden aus dem Schwimmsport. Die Bewegungen lassen sich dabei direkt beobachten und nachgebärden, denn Gebärdensprache lebt von der visuellen Kommunikation.