„Die beste Sportart ist die, die am meisten Spaß macht“
Sport fördert die Gesundheit. Sport hält fit. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Diese Erkenntnis klingt nicht neu, doch, dass Sport glücklich macht und einen direkten Beitrag zur mentalen Gesundheit trägt, sogar essenziell für das mentale Wohlempfinden in der heutigen Gesellschaft ist, hingegen schon. Stimmt das? Diese Frage stellen wir Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider. Er ist Professor am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und erforscht die Effekte von Sport und Bewegung auf unser Gehirn.
DOSB: Herr Schneider, wenn wir uns bewegen und Sport treiben dann halten wir uns Fit, trainieren unsere Muskeln und unsere Ausdauer. In Ihrem Buch „111 sportliche Impulse, die schlau und glücklich machen“ zeigen Sie wie Sport glücklich macht. Wie erklären Sie das?
Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider: Sport macht auf zweierlei Weise glücklich. Einerseits gibt es ein kurzfristiges Glücklichsein nach dem Sport. Den inneren Schweinehund überwunden zu haben, etwas geleistet zu haben und stolz auf sich zu sein. Auf der anderen Seite bietet Sport eine wunderbare Möglichkeit, sich mit der eigenen Körperlichkeit auseinanderzusetzen, auch mal an Grenzen zu gehen, auch mal Schmerzen zu empfinden.
Und dieser Schmerz macht dann glücklich?
Vor vielen Jahren hat es ein Kollege mal auf den Punkt gebracht: als er gesagt hat: “Sport ist wie mit dem Kopf gegen die Wand hauen. Es fühlt sich so gut an, wenn der Schmerz nachlässt.” Nach dem Sport fühlen wir uns wohl und glücklich. Weil wir etwas geschafft haben ... und auch, weil der Schmerz nachlässt! Auch dient Sport der mentalen Erholung. Gerade in Jobs, die in hohem Maße mit Stress verbunden sind, schaltet der denkende Teil des Gehirns irgendwann ab. Da Sport andere Gehirnareale benutzt, nämlich den motorischen Kortex, gibt es einen Erholungseffekt. Genauso fördert Sport die Konzentrations- und die Aufmerksamkeitsfähigkeit. In der Schule, im Studium und auch im Job.
Reicht Spazierengehen in der Mittagspause aus, um sich mental gut zu fühlen, oder muss es eine intensive Sporteinheit sein?
Wenn wir auf eine physische Anpassung schauen, dann brauchen wir einen überschwelligen Reiz. Das wissen wir aus der Trainingswissenschaft. Da muss es schon etwas intensiver werden als Spazierengehen. Wenn es jedoch um das Thema mentale Gesundheit oder Glücklichsein durch Sport und Bewegung geht, ist es entscheidend, dass es Spaß macht. Ob das jetzt eine moderate Intensität ist oder eine hohe Intensität, ob das Radfahren ist, Spazierengehen, Laufen, Schwimmen oder der Kraftraum. Entscheidend ist, dass es Spaß macht, und dass ich in dem Moment in der Lage bin, mental abzuschalten und dann gibt es eben diese positiven Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit und auf das emotionale Wohlbefinden.
Erasmus+ Sport Veranstaltungen 2026
30. März 2026, 13:30 bis 14:30 CET, online: YouSports Activities – Quality in Youth Projects
Die Online-Veranstaltung bietet interessierten Trägern einen Einblick in die beiden Förderformate „Internationale Jugendbegegnungen“ und „Jugendpartizipationsprojekte“ aus dem Förderprogramm Erasmus+ Jugend und der „Lernmobilität für Fachkräfte im Breitensport“ aus Erasmus+ Sport. Die Veranstaltung wird auf Englisch und via Microsoft Teams stattfinden. Sie stellt Praxisbeispiele vor und bietet Raum für Fragen zu den Förderformaten.
Die Online-Veranstaltung ist als Auftakt zu einer Schulungsreihe gedacht, die interessierte Träger an diese EU-Förderformate heranführt. Im Juni wird dann in Frankreich ein Trainingskurs stattfinden, um interessierten Organisationen aufzuzeigen, wie qualitativ hochwertige EU-Projekte an der Schnittstelle Sport und Jugendarbeit gestaltet werden können. Für November ist eine abschließende Vernetzungsveranstaltung in Malta geplant, bei der Träger potenzielle Partner für die Antragstellung zur Februarfrist 2027 finden können und erste Ideen für ihre Projekte gemeinsam entwickeln können. Im Idealfall nehmen die Organisationen an allen drei Veranstaltungen teil.
Hier ist der Anmeldelink für die Online-Veranstaltung am 30. März 2026: https://dzs.attendu.com/event/6c9888d514026839142ebe3f/?p=69a7edb04ba396115b4f455e&lang=en
20.-23. Mai 2026 in Berlin: YouSport Mini Study Visit 2026 Germany
Bei dem Mini Study Visit, den JUGEND für Europa organisiert, geht es um die Schnittstellen zwischen Sport und Jugendarbeit und die Förderung der sozialen Teilhabe und Inklusion durch Sport. Neben Vor-Ort-Besuchen bei Berliner Praxisbeispielen werden verschiedene Förderformate von Erasmus+ Sport und Erasmus+ Jugend vorgestellt und Kooperationen für zukünftige Projekte angestoßen. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache angeboten und richtet sich an Träger aus der Jugendarbeit und dem Breitensport aus den Ländern Irland, Finnland, Malta, Italien und Deutschland. Pro Land stehen 4 Plätze für Fachkräfte zur Verfügung. Ein Programmentwurf ist dem Call beigefügt. Hier ist der Call: http://trainings.salto-youth.net/14519. Bewerbungen sind möglich bis 25. März 2026.
20.-23. Mai 2026 in Berlin: Strengthening Volunteering in Sport through Erasmus+
Bei dem Training Course geht es um die Stärkung des Ehrenamts im Sport und den Erfahrungsaustausch zur Gewinnung, Qualifizierung und langfristigen Bindung von Ehrenamtlichen im Verein. Diese Veranstaltung findet am selben Ort wie der YouSport Mini Study Visit statt, um die Vernetzung zwischen den Teilnehmer*innen zu ermöglichen. Sie wird aus Mitteln des Erasmus+ Sport-Programms finanziert und von JUGEND für Europa in Kooperation mit sieben anderen Sport-NAs organisiert. Arbeitssprache ist Englisch und angesprochen sind Träger aus dem Breitensport. Pro Land steht 1 Platz zur Verfügung. Hier ist der Call: http://trainings.salto-youth.net/14508. Bewerbungen sind möglich bis 5. April 2026.
„Sport hat eine weltpolitische Dimension, die immer bedeutsamer wird“
Ann Kathrin Linsenhoff war ehrlich beeindruckt. „Dass diese Veranstaltung so gut besucht ist, zeigt, wie sehr uns allen die Sportentwicklung am Herzen liegt“, sagte die Sportbeauftragte des Landes Hessen, die 1988 in Seoul mit der Dressurreit-Equipe Olympiagold gewonnen hatte, während sie bei ihrer Begrüßungsrede für den abendlichen Frühlingsempfang ihren Blick über die sehr gut gefüllten Sitzreihen im Hörsaal 2 auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität schweifen ließ. Nahezu 500 Menschen waren am Mittwoch der Einladung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gefolgt, um auf dem Dialogforum Sportentwicklung über die Herausforderungen zu diskutieren, die in den kommenden Jahren auf den organisierten Sport warten. Die Quintessenz eines spannenden Tages lautete: Es kommen schwierige Zeiten, aber die Sportverantwortlichen haben sowohl die Lust als auch die Energie, diese zu meistern.
„Wir machen Zukunft für den Sport. Weil ihr es seid - Sport. Verein. Stärken“ lautete das Motto, unter das der Geschäftsbereich Sportentwicklung (GBS) des DOSB die Zusammenkunft gestellt hatte. Als roter Faden, der sich durch die Diskurse des zwischen 10.00 und 17.00 Uhr angesetzten Tagesprogramms zog, dienten die „DOSB-Ziele 2035“, die auf der Mitgliederversammlung 2025 einstimmig beschlossen worden waren und hier nachzulesen sind. Die Präsidiumsmitglieder Kerstin Holze und Miriam Welte setzten in ihrer gemeinsamen Begrüßungs-Keynote, in der sie die sechs Ziele erläuterten, den Ton für den Tag, indem sie feststellten, dass „der Sport oft zu leise ist, wenn es zu unterstreichen gilt, wie wichtig er für die Gesellschaft ist.“ Und dafür warben, „dass es nicht die Frage ist, ob sich der Sport verändern muss, sondern wie wir diese Veränderung gestalten.“
Den Teilnehmenden schien, das wurde schnell deutlich, sehr bewusst zu sein, dass es auf diese Frage eine Vielzahl an Antwortmöglichkeiten geben kann. Und so entwickelten sich die im Nachmittagsprogramm geplanten zwölf Sessions zu unterschiedlichen Themenbereichen (das komplette Programm ist hier zu finden) zum erhofften Höhepunkt des Dialogforums. Einziger Wermutstropfen war, dass aus Zeitgründen nicht mehr als zwei unterschiedliche Sessions besucht werden konnten. Denn wer erlebte, in welcher Intensität zum Beispiel in der Gruppe „Zielstruktur: Sport und Bewegung in Deutschland 2035“ nicht nur über die sechs Vorhaben, sondern vor allem über Maßnahmen zu deren Erreichen diskutiert wurde, hätte gern mehr Zeit dafür gehabt. Und wer spürte, wie energiegeladen und zielführend in der Gruppe „Zukunft des Breitensports 2040 - ein Minilabor“ Visionen für das gemeinsame Sporttreiben in 15 Jahren entworfen wurden, dem wurde klar, wie viel Innovationskraft in Vereinen und Verbänden steckt.
