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Der Stellenwert der Krebsprävention wächst

Expert*innen gehen davon aus, dass rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten. Im Mittelpunkt steht dabei der initiierte Präventionsgipfel der Deutschen Krebshilfe und des Deutschen Krebsforschungszentrums, auf dem fünf zentrale Handlungsempfehlungen an die Politik vorgestellt wurden, um die Wirksamkeit der Krebsprävention bundesweit zu stärken. Flankierend dazu wird in Heidelberg ein Krebspräventionszentrum aufgebaut. Als nationales Netzwerk soll es Präventionsforschung, Früherkennung und Versorgung enger miteinander verzahnen. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen (Quelle: Deutsche Krebshilfe).

Initiative "Bewegung gegen Krebs"

"Prävention endet nicht bei Strategien und Empfehlungen, sie braucht Orte, an denen sie gelebt wird. Genau hier setzt der organisierte Sport an", sagt Jakob Etzel, zuständiger Referent im DOSB. Im Rahmen der Initiative „Bewegung gegen Krebs“ von Deutscher Krebshilfe und DOSB konnten im vergangenen Jahr wichtige Impulse gesetzt werden. Mit der erstmals durchgeführten Vereinschallenge wurde ein neues Format erfolgreich etabliert. 83 Vereine sammelten gemeinsam rund 380.000 „Bewegungsminuten“. Aufgrund der großen Resonanz wird die Vereinschallenge auch in diesem Jahr fortgeführt. Darüber hinaus ist „Bewegung gegen Krebs“ erneut auf zahlreichen Veranstaltungen präsent, darunter Fachkongresse im Frühjahr wie der Deutsche Krebskongress und der Kongress Armut und Gesundheit. Im Sommer werden erstmals „Die Finals“ in Hannover, einem der größten Multisportveranstaltungen Deutschlands, angesteuert.

Silber strahlt am Ende eines überragenden Turniers

Sie haben alles gegeben, haben dem Weltmeister und Olympiasieger einen überragenden Kampf geliefert, aber am Ende war Dänemark doch zu stark für die deutschen Handballer. Nachdem die Auswahl des Deutschen Handballbunds bei der Europameisterschaft in Dänemark, Norwegen und Schweden zuvor Topnationen wie Frankreich, Spanien, Norwegen und im Halbfinale Kroatien geschlagen hatte, gab es am Ende Silber nach der 27:34-Finalniederlage gegen die Dänen, die nun alle drei großen Titel des Welthandballs (EM, WM, Olympia) gleichzeitig innehaben. Bundeskanzler Friedrich Merz, der zum Endspiel ins dänische Herning gereist war, klatschte Beifall, besuchte die Mannschaft nach der Medaillenzeremonie in der Kabine und unterhielt sich 20 Minuten mit den Spielern. „Was für ein Finale, was für eine starke Europameisterschaft. Ihr habt gekämpft, Nervenstärke und Teamgeist gezeigt“, schrieb Merz in den Sozialen Medien: „Ich gratuliere Dänemark zum Titel und den deutschen Handballern zum zweiten Platz und zu einem überzeugenden Turnier. Wir sind stolz auf euch.“

Vor allem dank der 14 Paraden von Andreas Wolff, der im Finale Deutschlands EM-Rekordspieler mit 42 Partien wurde und zudem der erste deutsche Handballer ist, der zum dritten Mal in einem EM-All-Star-Team steht, konnte die DHB-Auswahl lange Zeit vom ersten EM-Titel seit 2016 träumen. Selbst die frühe Rote Karte gegen Tom Kiesler nach 13 Minuten warf die Deutschen nicht aus der Bahn, der finale Schock war dann aber die zweite Rote Karte gegen Jannik Kohlbacher drei Minuten vor dem Ende. Deutschland kämpfte sich dank der Tore von Juri Knorr und Julian Köster nach dem 7:10 wieder zurück, war bis zum 27:29 in der 53. Minute auf Augenhöhe, dann aber zog ihnen Torwart Kevin Möller den Zahn - und das während der gesamten EM überragende Rückraum-Duo Simon Pytlick und Mathias Gidsel entschied, mal wieder, die Partie. 

Neben Wolff (THW Kiel) hatte sich Kreisläufer Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) seinen All-Star-Team-Status wahrlich verdient. Für Golla war es das zweite Mal nach 2022. Auch wenn die Finalniederlage nach 50 ausgeglichenen Minuten absolut schmerzte, zogen Spieler und Bundestrainer Alfred Gislason ein positives Turnierfazit: „Dänemark hat den Sieg absolut verdient und ist verdientermaßen Europameister. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft und wie die Jungs während des gesamten Turniers gespielt haben. Das Team hat sich mit jedem Spiel gesteigert. Aber Dänemark ist unglaublich. Ich finde, das Ergebnis ist im Vergleich zum Spielverlauf etwas hoch. Wir haben alles getan, um die Goldmedaille zu gewinnen“, sagte Gislason. 

Zusammenhalt und Erfolgshunger sollen die deutschen Eishockey-Frauen tragen

Mit sportlichen Prognosen ist das immer so eine Sache. Man weiß ja nie genau, wie die Konkurrenz wirklich in Form ist, ob die eigene Vorbereitung ausreichend war und welchen Einfluss äußere Faktoren haben werden. Eins jedoch kann Jeff MacLeod mit Sicherheitsgarantie versprechen: „Wir werden eine deutsche Mannschaft sehen, die mit 100 Prozent Erfolgshunger und Einsatzwillen an die Arbeit geht“, sagt der Bundestrainer der Eishockey-Frauen vor dem Start des Olympiaturniers. Das mag zwar wie eine Binsenweisheit klingen, aber für den 54 Jahre alten Kanadier sind es genau jene Dinge, die sein Team auszeichnen. „Wir haben eine menschlich herausragende Gruppe, in der sich alle aufeinander verlassen können. Wir sind wie eine Familie, und ich bin überzeugt davon, dass uns dieser Zusammenhalt weit bringen kann“, sagt er. 

Zumindest haben diese Qualitäten dazu geführt, dass erstmals seit Sotschi 2014 wieder deutsche Frauen das olympische Eishockeyturnier bereichern. Und weil dieses bereits am Donnerstag und damit einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Winterspiele in Norditalien beginnt, erfährt MacLeods Auswahl, die sich ihr Olympiaticket beim letzten Qualifikationsturnier in Bremerhaven Anfang vergangenen Jahres sicherte, eine doppelte Wertschätzung. Nicht nur, weil sie die Medaillenkämpfe mit der Partie gegen Schweden um 12.10 Uhr in der Rho Arena in Mailand eröffnet; sondern auch, weil die Spielerinnen um Kapitänin Daria Gleißner (32/Memmingen Indians) damit die ersten Deutschen sind, die den Wettkampfbetrieb aufnehmen. „Natürlich ist das für uns eine besondere Ehre, die Vorfreude ist riesig“, sagt Angreiferin Emily Nix.

Emily Nix trifft gegen Schweden auf drei Vereinskolleginnen

Für die 28-Jährige, die in Hamburg aufwuchs und als Sechsjährige auf einer öffentlichen Eisbahn im Park Planten un Blomen entdeckt wurde, ist das Duell mit den Skandinavierinnen zusätzlich brisant. Die Stürmerin spielt im Ligabetrieb für Frölunda HC in Schweden. „Ich treffe direkt auf drei Mitspielerinnen aus dem Verein, das ist natürlich besonders, da wollen wir es uns gegenseitig noch einmal extra zeigen“, sagt sie. Das ZDF wird die Partie live übertragen, die Augen der deutschen Sportfans dürften exklusiv auf die Eishockeyfrauen gerichtet sein. „Für uns ist das eine großartige Chance, unseren Sport in ein gutes Licht zu stellen und noch bekannter zu machen. Diese Chance wollen wir unbedingt nutzen“, sagt Emily Nix. 

Der Modus im Frauenturnier ist gewöhnungsbedürftig. In Gruppe A spielen die fünf besten Teams der Weltrangliste - USA, Kanada, Finnland, Tschechien, Schweiz - gegeneinander, alle fünf erreichen aber sicher das Viertelfinale. In Gruppe B muss sich Deutschland nach dem Duell mit Schweden noch mit Japan (7. Februar, 12.10 Uhr), Frankreich (9. Februar) und Gastgeber Italien (10. Februar, beide 16.40 Uhr) auseinandersetzen, die besten drei Teams stehen in der Runde der letzten acht. Schweden wird als der härteste Gruppengegner eingeschätzt. „Ich finde es gut, gleich gegen sie zu spielen, dann sind wir sofort voll drin im Turnier und wissen, wo wir stehen“, sagt Emily Nix. Zwar schaue man im Team nur von Spiel zu Spiel, der Gruppensieg wäre jedoch für den weiteren Turnierverlauf die beste Grundlage. „Und natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, sonst müssten wir doch nicht anreisen“, sagt die Hamburgerin. 

Jeff MacLeod hält diesen Anspruch nicht für vermessen. „Bei den Olympischen Spielen ist jeder Gegner hart, aber wir hatten eine sehr gute Vorbereitung. Für uns ist zwar schon die Qualifikation ein wichtiger Schritt gewesen, aber ich glaube, dass hier viel möglich sein wird, wenn wir ins Rollen kommen“, sagt der Bundestrainer, der mit seinem Team eine interessante Gemeinsamkeit teilt. Nicht nur für die 23 Spielerinnen seines Aufgebots, sondern auch für ihn sind es die ersten Olympischen Spiele. „Ich hatte immer den Traum, es zu Olympia zu schaffen, am liebsten natürlich als Spieler“, sagt der frühere Verteidiger, der in der Deutschen Eishockey-Liga zwischen 1997 und 2004 für die Kassel Huskies auflief. „Nun als Trainer dabei zu sein, erfüllt mich auch mit Stolz und Freude, ich bin sehr gespannt auf alles, was ich erleben werde!“