Farbe bekennen! Wie der deutsche Sport den Trikottag nutzt
Einfach hat sie sich die Entscheidung nicht gemacht, das ist ihr wichtig zu betonen. Der Grund dafür, warum Mona Stevens am 20. Mai das Trikot ihres neuen Clubs Düsseldorf Firecats tragen wird, ist: Dankbarkeit. Nicht, dass sie ihren früheren Vereinen nichts zu verdanken hätte, im Gegenteil. „Aber ich bin wahnsinnig glücklich darüber, wie ich in den vergangenen Monaten nach meinem Wechsel in Düsseldorf aufgenommen wurde. Für mich ist das ein Paradebeispiel dafür, welchen Wert ein funktionierendes Vereinsleben für die Integration haben kann“, sagt die 32-Jährige.
Mona Stevens, das darf man ohne Übertreibung festhalten, ist das weibliche Gesicht des American Football in Deutschland. Doch um das zu werden, musste sie viele Hürden überwinden. Als Physiotherapeutin hatte die aus Wallenhorst im Landkreis Osnabrück stammende Athletin, die bei ihrem ersten Verein Blau-Weiß Hollage mit Turnen begann und es über die Sportfreunde Lechtingen in den Speedskating-Landeskader Niedersachsens schaffte, den Weg in den US-Nationalsport gefunden. „Ich stand bei den Ersten Herren der Saarland Hurricanes an der Seitenlinie und habe irgendwann gedacht: Das möchte ich auch spielen!“ Also gründete sie gegen viele Widerstände 2013 die LadyCanes. 100 Frauen kamen zum ersten Training. „Da wusste ich: Es war richtig, dafür zu kämpfen!“
Die Hurricanes sind für Mona Stevens, die weiterhin in Saarbrücken lebt, Heimat. „Ich habe mich in allen meinen Vereinen wohl gefühlt, aber die Hurricanes haben mich am meisten geprägt. Ich habe hier Freundschaften fürs Leben geschlossen. Bewegung ist das Gros meines Lebens, und die Motivation, die man in der Gemeinschaft eines Sportvereins findet, kann nicht hoch genug wertgeschätzt werden. Deshalb unterstütze ich auch den Trikottag so gern, um für den Vereinssport zu werben“, sagt sie.
Trikottag: Athlet*innen fordern mehr Wertschätzung für Vereinssport
Der Trikottag wird seit 2023 vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und seinen 102 Mitgliedsorganisationen durchgeführt. Er soll dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die Sportvereine zu erzeugen.
Nun haben mehrere Athlet*innen aus dem Leistungssport ihre Unterstützung geäußert und mehr Wertschätzung für den Vereinssport gefordert.
Der fünffache Tischtennis-Olympiateilnehmer und sechsfache Medaillengewinner, Dimitrij Ovtcharov sagt: „Sport ist für mich das Schönste, was es gibt im Leben und deshalb möchte ich allen Vereinen in Deutschland danken. Ich bin meinem ersten Verein, dem TSV Schwalbe Tündern, mit fünf Jahren beigetreten. In einem Dorf mit 2.000 Einwohner, in dem gefühlt alle Vereinsmitglied waren und alle gemeinsam den Sport unterstützt haben. Ohne den Vereinssport würde es diese Gemeinschaft nicht geben.“
Event-Inklusionsmanager*in im Sport: Sebastian Junk
Sportlich sei er „schon ein bisschen herumgekommen“, sagt Sebastian Junk. Ein Blick auf die Vita des Judoka enttarnt seine Erzählung als bescheidene Untertreibung. Der 41-Jährige ist fünffacher Paralympics-Starter. Den größten Erfolg feierte er 2004 bei den Spielen in Athen mit der Bronzemedaille.
Auch heute noch, bald ein Jahrzehnt nach seiner aktiven Karriere, hat ihn der Judosport nicht losgelassen. Ehrenamtlich engagiert er sich seit 2021 auch im Deutschen Judo-Bund (DJB). Als Referent für Para Judo ist er dort für die blinden und sehbehinderten Athlet*innen verantwortlich. Inzwischen hat er auch im Hauptamt den Weg in die Judowelt eingeschlagen. Möglich macht das die Stelle als Event-Inklusionsmanager (EVI) im DJB.