Grüner Weg 1, 27793 Wildeshausen

Lisas Literatur-Likes: Hier gibt es Weltklasse-Weihnachtstipps

Heute gibt es die etwas andere Version von „Lisas Literatur-Likes“. Kurz vor Weihnachten bekommt ihr Inspirationen für gute Bücher zum Verschenken. Ich wünsche euch frohe Festtage und alles Gute für das Jahr 2026, in dem ich euch mit neuen Literatur-Likes versorgen werde.

Roman deutschsprachige*r Autor*in: Julia Engelmann - „Himmel ohne Ende“ 

Julia Engelmann ist mit ihrem Programm „Eines Tages, Baby“ als Poetry-Slammerin bekannt geworden. Ihr Debütroman geht direkt ins Herz. Melancholisch, poetisch, einfühlsam. Die 15-jährige Charlie scheint gefangen in ihrem eigenen Leben. Sie hat ihren Vater früh verloren, ist unglücklich verliebt und plötzlich die Außenseiterin der Klasse. Bis sie Pommes kennenlernt, der ihr hilft, den Sinn und den Mut für das eigene Leben zu finden. „Himmel ohne Ende“ ist ein zutiefst berührender Roman, der es schafft, Themen wie Erwachsenwerden, Selbstzweifel, Liebe und Verlust hoffnungsvoll darzustellen. 

Roman internationale*r Autor*in: Benjamin Myers - „Offene See“

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verlässt Robert sein Elternhaus in Nordengland und lernt die deutlich ältere Dulcie kennen. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft mit tiefgründigen Gesprächen, durch die vor allem Robert wächst und der Antwort auf die Frage, wie man seinen eigenen Weg findet, näherkommt. Ein ruhiger und poetischer Roman mit ästhetischem Gespür für Natur und Landschaft. 

Thriller/Krimi deutschsprachige*r Autor*in: Die Nele-Neuhaus-Krimireihe

Die Krimireihe um das Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ist spannend und mitreißend geschrieben. Jeder Band ist in sich geschlossen. Um die Lebensumstände und Entwicklung von Kirchhoff und Bodenstein besser zu verstehen, bietet es sich jedoch an, in chronologischer Reihenfolge vorzugehen. Der Umstand, dass die Krimis im Taunus spielen, ist für mich das i-Tüpfelchen.

Inside IdS: Die neue Strategie des Bundesprogramms

Mehr als drei Jahre lang wurde dafür gemeinsam gearbeitet: mit wissenschaftlicher Begleitung, zahlreichen Programmleitungen aus den Landessportbünden - und bei einer Dialogtour mit Menschen vor Ort. Zeit für einen Blick hinter die Kulissen im Gespräch mit Can Şahin (Referent für Strategie und inhaltliche Weiterentwicklung im DOSB).

DOSB: Viele Menschen kennen das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ aus der Praxis vor Ort im Verein. Bevor wir über die neue Strategie sprechen: Wie würdest du in zwei, drei Sätzen erklären, worum es bei IdS im Kern geht?

Can Şahin: IdS hat einen ganz einfachen Ansatz: Mit der schönsten Sprache der Welt - dem Sport - schaffen wir Möglichkeiten und Räume, dass Menschen sich begegnen, ganz nach dem Motto „Vielfalt verbinden“. Wir unterstützen zusammen mit den beteiligten Landessportbünden und -jugenden gezielt Vereine und Verbände, damit Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte aktiv teilnehmen und sich engagieren können.

DOSB: Warum war es jetzt Zeit für eine neue strategische Ausrichtung? Was hat den Anstoß gegeben?

Can Şahin: Dass die Strategie vor einer neuen Antragsphase und Förderperiode überarbeitet und angepasst wird, ist ein ganz üblicher Prozess. Erkenntnisse aus verschiedenen Austauschformaten zeigen: Wir müssen die Partizipation von Menschen mit Migrationsgeschichte in Entscheidungsstrukturen nachhaltig sichern. Die bisherigen Maßnahmen waren teilweise noch nicht ausreichend wirksam - hier lag unser klarer Handlungsauftrag.

DOSB: Was bedeutet es, eine „Strategie“ für ein bundesweites Programm zu entwickeln, das in so vielen Vereinen und Verbänden wirkt?

Can Şahin: IdS ist wirklich ein sehr besonderes Programm, das sich durch seine Vielfältigkeit auszeichnet - ich habe es mit seinen Einzelbestandteilen immer als eine Art Mosaik betrachtet. Wir haben hier die Vielfalt der Menschen, Vereine und Verbände vertreten, dazu die unterschiedlichen strukturellen Ebenen, Bedarfe, Wünsche und Interessen - allem bestmöglich gerecht zu werden, ist keine einfache Aufgabe, aber wiederum auch ein schöner Auftrag, denn die Strategie hält im Grunde das gesamte Mosaik zusammen.

DOSB: Wie haben die Programmleitungen aus den Landessportbünden die Entwicklung der Strategie geprägt?

Can Şahin: Wir haben eine AG gegründet, an der der DOSB und vor allem sechs Programmleitungen aus den Landessportbünden beteiligt waren. Dass die Strategie nun so aussieht, ist zu einem ganz großen Anteil den Programmleitungen zu verdanken, die den Prozess noch zusätzlich zu ihren Aufgaben in den Ländern begleitet haben. Ein großer Dank an dieser Stelle an die Kolleg*innen Annabell Schäfer, LSV Saarland, Jenny Hedderich, LSB Niedersachsen, Kristjana Schultchen, Hamburger SB, Marko Arsenijevic, LSB Sachsen, Robert Gräfe, LSB Sachsen-Anhalt und Sebastian Finke, LSB Nordrhein-Westfalen.

Dass die Strategie nun so aussieht, ist zu einem ganz großen Anteil den Programmleitungen zu verdanken, die den Prozess noch zusätzlich zu ihren Aufgaben in den Ländern begleitet haben. Ein großer Dank an dieser Stelle an die Kolleg*innen Annabell Schäfer, LSV Saarland, Jenny Hedderich, LSB Niedersachsen, Kristjana Schultchen, Hamburger SB, Marko Arsenijevic, LSB Sachsen, Robert Gräfe, LSB Sachsen-Anhalt und Sebastian Finke, LSB Nordrhein-Westfalen.

DOSB: Viele Menschen mit Migrationsgeschichte sind im Sport aktiv - aber nur selten in Verantwortungs- und Führungsrollen im Verein. Warum ist das ein so zentrales Thema geworden?

Can Şahin: Durch IdS finden jedes Jahr viele Menschen den Weg in die Angebote unserer Stützpunktvereine. Wenn es aber darum geht, wer den Weg in die Verantwortungs- und Führungsrollen findet, bleiben Migrant*innen oft außen vor. Teil der überarbeiteten Strategie ist auch etwas, das wir „Leitbild“ genannt haben und in dem unsere Vision für ein zukünftiges Sportdeutschland steckt: Wir möchten eine vielfältige, offene und demokratische Sportlandschaft, die chancengerecht und diskriminierungsfrei ist. Wir möchten, dass sich die gesellschaftliche Vielfalt auch auf allen Ebenen in den Sportvereinen wiederfindet und in der alle Menschen - unabhängig von ihren Wurzeln - ihre Perspektiven einbringen, sich miteinander solidarisieren und gestalten können.

DOSB: Was bedeutet „echte Partizipation“ im Sport für dich - und was fehlt heute noch, damit sie selbstverständlich wird?

Can Şahin: Echte Partizipation heißt: Menschen stehen im Zentrum, begegnen sich auf Augenhöhe, bringen ihre Erfahrungen ein. Dabei werden gewachsene Machtungleichheiten und Privilegien kritisch hinterfragt.

DOSB: Als einen zentralen Baustein habt ihr für den Strategieprozess die Organisationsentwicklung festgelegt. Was heißt das für Vereine konkret - und warum ist sie so wichtig?

Can Şahin: Das ist definitiv einer der Kernaspekte, allerdings nicht ausschließlich. Die Grundidee, die in der Strategie steckt, ist unser Blick in die Zukunft, unsere Vision, und die Frage, was es dafür braucht, diese Wirklichkeit werden zu lassen. Das Thema Organisationsentwicklung ist deswegen auch zentral, weil es unterschiedliche Wege gibt, daran zu arbeiten. Entscheidend sind dabei offene, demokratische Organisationen, sprich Vereine, die einen Raum für die Menschen bieten, sich dort zu engagieren, zu begegnen, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu helfen und natürlich auch, um dort Sport zu treiben.

DOSB: Der zweite Ansatz: Empowerment im Bildungsbereich. Wie stärkt ihr Menschen und Engagierte darin, den Sport aktiv mitzugestalten?

Can Şahin: Während Organisationsentwicklung auf Strukturen zielt, unterstützt Empowerment Menschen direkt. Ziel: Selbstbewusstsein, Kompetenzen und Engagement fördern, damit sie Verantwortung übernehmen - auch bei Widerständen.

DOSB: Wie verändert sich der Blick auf Integration, Teilhabe und Demokratiearbeit im Sport mit dieser neuen Strategie?

Can Şahin: Kurz gesagt: Integration ist nicht nur ein einseitiger Weg, den Migrant*innen absolvieren müssen, um am Ende „integriert“ zu sein, sondern ein dauerhafter, ergebnisoffener und auch konflikthafter Prozess, der die gesamte Gesellschaft betrifft. Wir möchten daher mit unserer Arbeit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten, dabei chancengerechte Zugänge für grundsätzlich alle Menschen schaffen - unabhängig von ihren sozialen oder kulturellen Hintergründen - und vor allem auch, indem wir anerkennen, dass die Vielfalt in jedem Individuum steckt. Dieses Grundverständnis trägt am Ende hoffentlich dazu bei, dass zumindest in den Stützpunktvereinen die Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte zu gelebter Selbstverständlichkeit wird und diese dadurch mit einer soliden demokratischen Haltung hervorstechen.

Integration ist nicht nur ein einseitiger Weg, den Migrant*innen absolvieren müssen, um am Ende „integriert“ zu sein, sondern ein dauerhafter, ergebnisoffener und auch konflikthafter Prozess, der die gesamte Gesellschaft betrifft. 

DOSB: Welche Chancen ergeben sich für Menschen mit Migrationsgeschichte - gerade im Hinblick auf Engagement und Verantwortung?

Can Şahin: Wir hoffen, dass dadurch, dass wir den Fokus geschärft haben, durch die Maßnahmen und Projekte vom DOSB über die Landessportbünde und Sportjugenden bis in die Sportvereine hinein Gelegenheiten entstehen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte sich dauerhaft engagieren wollen und Verantwortung übernehmen. Ich bin überzeugt, dass die ersten, die sich als Vorbild hervortun, bald anderen den Weg ebnen werden, sodass wir in wenigen Jahren - und vielleicht auch schon am Ende der neuen Förderperiode - deutlich mehr MmMg in den entsprechenden Positionen haben werden.

DOSB: Was bedeutet die Strategie für Vereine, die vielleicht wenig Erfahrung mit Vielfalt oder Antidiskriminierung haben?

Can Şahin: Erstmal ist die Strategie die Arbeitsgrundlage für die neuen Anträge, die wiederum die Arbeitsgrundlage für alle Mitarbeitenden im IdS-Kosmos sind. Erfahrene und kompetente Kolleg*innen unterstützen die (Stützpunkt-)Vereine dabei, passende Wege zu finden. Wichtig ist der ehrliche Wunsch, die Gemeinschaft zu stärken und Brücken zu bauen. Am Ende kommt es auf den ehrlichen Wunsch an, etwas für alle beteiligten Menschen zum Besseren verändern zu wollen.

DOSB: Wenn du dir etwas wünschen könntest: Was soll diese Strategie in fünf Jahren bewirkt haben?

Can Şahin: In den Stützpunktvereinen passieren heute schon sehr viele gute Dinge. Wenn ich mir aber etwas wünschen darf, wäre es, dass deutlich mehr Partizipation in den Vereinen möglich geworden ist. Ein weiterer Wunsch wäre, dass die IdS-Erfolgsgeschichte noch sichtbarer ist und als Inspiration auf andere Bereiche übertragen wird.

Die Veröffentlichung der Strategie folgt Anfang 2026.

„Lassen Sie uns diese Geschichte gemeinsam weiterführen“

Unter dem eindrucksvollen Wandgemälde des Schweizer Künstlers Ferdinand Hodler, der sich die Einführung der Reformation in Hannover im Jahr 1533 zum Thema genommen hatte, lief Aydan Özoguz am Mittwochmittag zu Höchstform auf. Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Sport und Ehrenamt, gekleidet in einen signalroten Hosenanzug, der ihre Zugehörigkeit zur SPD angemessen untermalte, hatte die undankbare Aufgabe, beim Festakt zum 75. Jahrestag der Gründung des Deutschen Sportbundes (DSB) als Dritte zum Grußwort anzutreten. Doch die Worte, die sie im Hodler-Saal des Neuen Rathauses in Hannover fand, in dem exakt 75 Jahre zuvor die Gründungsversammlung des DSB stattgefunden hatte, hallten nach.

„Die Gründung des DSB zeigt ein Stück deutscher Geschichte, geprägt von Menschen, die an die Kraft des Sports geglaubt haben. Lassen Sie uns diese Geschichte gemeinsam weiterführen. Sorgen wir dafür, dass der Sport ein Lernort für basisdemokratische Prozesse bleibt“, rief die Hamburgerin den rund 110 geladenen Gästen zu. Damit war der Ton gesetzt für eine Feierstunde, die im Schnelldurchlauf den Bogen von der Historie bis in die Zukunft schlug, und deren Tenor nicht nur aus den Festreden, sondern auch in vielen Gesprächen herauszuhören war: Nur gemeinsam kann der deutsche Sport seine extrem wichtige Rolle für die gesellschaftliche Entwicklung ausfüllen.

Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der 2006 aus der Fusion von DSB und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) hervorgegangen war, sagte in seinem Grußwort: „Die Idee von 1950, alle Kräfte des Sports zu bündeln, hat sich durchgesetzt, sie trägt bis heute und hoffentlich noch weit in die Zukunft hinein. Gerade in Zeiten, in denen die Demokratie gefährdet ist, brauchen wir eine Erinnerungskultur. Wir stehen zu unseren Werten und setzen mit aller Kraft unsere gemeinschaftliche Arbeit fort.“ Belit Onay, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, bot seine Unterstützung für die Zukunftsprojekte des deutschen Sports an. „Wir sind bereit mitzuwirken, wir gehen diesen Weg gemeinsam“, sagte der Grünen-Politiker.